Was ist das Erfolgsrezept des Dreikönigsjazz in Berg? Das musste man bei der 24. Auflage am Samstagabend nicht erst fragen, das spürte man. Es wurde geschwätzt, gelacht, dazu die Speisen der Brauereigaststätte gegessen - und vor allem eines: die lockere, kurzweilige, gleichwohl faszinierende Musiksession genossen, dabei gesummt, geklatscht, mit den Fingern geschnippt und mit den Füßen getrippelt.

Manfred Walter brachte auf den Punkt, warum die "Jazzband 47" erneut auf hervorragende Resonanz stieß: "Die meisten in unserer Combo spielen schon seit 25 Jahren zusammen, in der aktuellen Besetzung seit 18 Jahren. Wir machen gemeinsam Musik, weil es uns riesigen Spaß macht, weil es ein bedeutendes Stück Leben für uns ist. Und das wollen wir auch den Zuhörern verinnerlichen." Als weiteren Aspekt nannte er das persönliche Verhältnis der Combo zum Publikum. "Die meisten Leute hier kennen uns und einander." Aus dem Publikum war zu hören, "an der ,Jazzband 47 ist klasse, dass sie sich nicht stur auf eine Musikrichtung versteifen, sondern auch mal ganz neuen Sound mit reinbringen".

Und so war es auch. Diese Leidenschaft zog sich von den ersten Akkorden bis zum Abschluss des grandiosen Musikabends durch. Die Instrumentalisten zogen wieder alle Register, das Repertoire enthielt träumerische Blues-Balladen, ausschweifend-fröhlichen New Orleans- und Dixieland-Jazz. Spontan improvisierte Soli rissen das begeisterte Publikum immer wieder zu stürmischem Applaus hin.

Ob Manfred Walter mit dem Bass, Posaunist Peter Weber, Manfred Pfütze mit dem Kornett, Hermann Schacher, der durch seinen rauchigen Saxophon-Sound und sein Klarinettenspiel bekannt ist, Thomas Hergöth als Banjo-Mann und Karl Schlegel am Schlagzeug - jeder der Instrumentalisten steuerte seine individuelle Note bei. Bejubelt wurde Michael Groner, der anstelle seiner Klarinette eine Zither im Gepäck hatte. Schon sein Einstand mit dem bayerischen Landler und dem urigen "Zither-Rock" mit Jazzigem bewies, dass er nicht nur brillant musizieren, sondern auch klasse singen kann.