Gedenken Volkstrauertag in Munderkingen und Untermarchtal

Auch in Munderkingen wurde am Volkstrauertag der Kriegsopfer gedacht.
Auch in Munderkingen wurde am Volkstrauertag der Kriegsopfer gedacht. © Foto: Bloching
Munderkingen/Untermarchtal / MARIA BLOCHING UND HERMANN ILLENBERGER 19.11.2018

Angesichts der zahlreichen Krisenherde und Kriege auf der Welt ist der Volkstrauertag laut Bürgermeister Dr. Michael Lohner kein „allmählich verblassendes, rückwärtsgewandtes Ritual“, sondern eine notwendige Erinnerung daran, sich aktiv für den Frieden einzusetzen. „Gemeinsam mit Peter Tüchler vom VDK Munderkingen hielt Lohner nach dem Wortgottesdienst in der Pfarrkirche St. Dionysius vor Bürgerwehr, Gemeinderat, Vertretern der Kirchengemeinde und des VDK, der Feuerwehr und des DRK sowie Fahnenabordnungen der Vereine und zahlreichen Bürgern die Ansprache an der Gefallenen-Gedenkstätte. Musikalisch gestaltet wurde die Gedenkfeier vom Männerprojektchor Munderkingen/Rottenacker und von der Stadtkapelle.

Tüchler erinnerte an die zehn Millionen gefallenen Soldaten und 20 Millionen Verwundeten im Ersten Weltkrieg. Fassungslos angesichts dieser Tragödie müsse man sich selbst heute noch fragen, wie es möglich war, dass bereits etwas mehr als 20 Jahre später der Zweite Weltkrieg wiederum Millionen von Opfern fordern konnte. „Wir dürfen diesem menschlichen Leid gegenüber nicht gleichgültig sein. Deshalb sind wir heute gemeinsam verpflichtet, den auftretenden Feindseligkeiten Gutes entgegenzustellen“, sagte Tüchler. Er gedachte der Toten, Kriegsgefangenen und Verwundeten, aber auch den aufgrund ihrer Religion, Hautfarbe oder Herkunft verfolgten und getöteten Menschen. Sie seien nicht anonym. Hinter jedem Namen stehe ein Schicksal: Söhne, Töchter, Ehepartner, Väter und Freunde. „Jedes Leben ist lebenswert und hat Frieden verdient.“ Für sie alle wurde ein Kranz niedergelegt und die Nationalhymne gesungen.

Die Verantwortung gilt dem Frieden. Das war auch Thema der Gedenkfeier in Untermarchtal beim Ehrenmal auf dem Friedhof der Gemeinde. Die Gedenkfeier mit vielen Bürgern sowie Abordnungen der Feuerwehr und einer Fahnenabordnung der Landjugend wurde mit Liedvorträgen und der Gedenkrede von Bürgermeister Bernhard Ritzler und einem Gebet von Pfarrer Gianfranco Loi mitgestaltet.

Ritzler verliest Soldaten-Brief

Friedensbemühungen seinen wichtiger den je, denn der Frieden unter den Völkern sei durch Egoismen unsicherer geworden, sagte Ritzler. Der Bürgermeister las aus dem Brief eines Soldaten aus Reichenstein aus dem Kriegsjahr 1916 an seine Angehörigen. Darin war zunächst die Hoffnung des jungen Soldaten zu vernehmen, der das Vaterland zu verteidigen suchten. Doch bald wich in erschütterter Weise dieser Optimismus im Stellungskrieg. Die Worte im Brief waren erschütternd und trugen traurige Züge. Die amtliche Mitteilung über den Tod des „jungen Helden“ erreichte dessen Familie in Rechtenstein im Herbst 1916.

Im gemeinsamen Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ kam die Hoffnung zum dauerhaften Frieden zum Ausdruck. Zwei Strophen der Nationalhymne und dem Glockengeläut folgte zum Schluss das Lied „Großer Gott“.

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