Ich gehe mit einem guten Gefühl“, sagt Peter Dunkl. 18 Jahre lang hat er die Volkshochschule in Ehingen geleitet. Am Donnerstag wurde der 62-Jährige von Oberbürgermeister Alexander Baumann in die Altersteilzeit verabschiedet.

Der Weg zu seinem Traumjob, wie Peter Dunkl sagt, hat ihn über viele Umwege geführt. Dunkl stammt aus Weiden in der Oberpfalz. Als der Vater, der bei der Eisenbahn war, eine Arbeitsstelle in Lonsee bekam, zog die Familie dorthin und blieb. Peter Dunkl war damals sechs Jahre alt. Seit seiner frühen Jugend ist ihm aber Ehingen vertraut. Als Schüler war Peter Dunkl im Internat Kolleg St. Josef und hat das heutige Johann-Vanotti-Gymnasium von der fünften Klasse an und bis zum Abitur besucht.

Nach dem Zivildienst verbrachte er zunächst ein Jahr in Stuttgart mit der Vorbereitung auf das Theologiestudium. Doch das war es dann doch nicht, sagt Dunkl. In der Landeshauptstadt entdeckte er aber das Theater für sich. Claus Peyman, damals Schauspieldirektor am Schauspiel Stuttgart, hat Dunkl nachhaltig beeindruckt. „Bei Peymann habe ich gesehen, wie Theater in Bezug auf die Gesellschaft funktioniert. Dass es ein Austausch ist“, erzählt er. Und so entschied er sich nach einer Zwischenstation in Berlin für ein Studium der Theaterwissenschaften, Germanistik und Pädagogik in München.

Nach dem Studium zog es Peter Dunkl und seine Frau Gertrud Zell-Dunkl, die aus Volkersheim stammt, wieder zurück nach Ehingen. Im Herbst 1987 wurde Peter Dunkl Leiter des Ehinger Jugendhauses und blieb es fünf Jahre lang. Mit dem Stadtjugendring zog er das Ehinger Festival auf, das acht Jahre in Folge stattfand. Später wechselte er zum Internationalen Bund Ulm. Dort war er sechs Jahre lang für die Organisation des Freiwilligen Sozialen Jahres zuständig.

Lernen durch Emotionen

Das Interesse für Erwachsenenbildung kam mit einer weiteren beruflichen Station. Beim Kolpingbildungswerk in Ehingen bereitete er Menschen auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vor. Eine sehr arbeitsintensive Zeit: „Ich habe praktisch eine fiktive Firma geleitet“, sagt Dunkl. Möglich war es, weil er schon Jahre zuvor begonnen hatte, sich zum Betriebswirt Fachrichtung Sozialwesen weiterzubilden.

All die Erfahrungen, die er bis dahin in seinem Berufsleben gesammelt hatte, führten ihn schließlich an die Volkshochschule. „Es war der logische Schritt, sich hier zu bewerben“, sagt Dunkl. Im April 2001 hatte er an der VHS begonnen, zunächst als hauptamtlicher pädagogischer Mitarbeiter, im Sommer 2001 übernahm er die Leitung.

VHS als Teil eines Netzwerkes

„Ein Anliegen war es mir, dass die VHS Teil eines Netzwerkes ist“, sagt Dunkl. Auf die Kooperation etwa mit Kirchen und Vereinen hat er großen Wert gelegt. „Was für meine Arbeit maßgebend war, dass die VHS ein Lernen in der Gruppe vertritt.“ Die Menschen sollten gerne in die Volkshochschule kommen und gerne zusammen kommen – auch dafür hat sich Peter Dunkl eingesetzt. Die VHS habe dadurch eine große soziale Komponente. Das äußere sich auch in den Kursen, die etwa Menschen mit und ohne Handicap zusammenbringen.

Besonders wichtig sei es ihm gewesen, dass Wissen nicht nur theoretisch vermittelt wird, sondern dass man durch Erfahrung und Emotionen lernt. „Ich glaube, dass es ein nachhaltigeres Wissen ist als theoretisches Wissen.“ Als Beispiel nennt Dunkl den Kurs „Von der Sau zur Wurst“. „Das, was ich emotional erlebe, bleibt.“ Und dieses Gefühl beeinflusse auch das Verhalten.

Einen persönlichen Akzent hat Dunkl in Sachen Literatur gesetzt: „Es war mir wichtig, dass die Literatur hier eine Heimat kriegt.“ Eines der Formate, das er eingeführt hatte, hieß „Menschen und ihre Bücher“. Der damalige Oberbürgermeister Johann Krieger stellte etwa „Dr. Faustus“ von Thomas Mann vor und Roswitha Balensiefen, damals Leiterin der Bücherei, wählte „Don Quijote“. Auch der Fachbereich Politik, Gesellschaft und Umwelt ist unter Dunkls Leitung gewachsen. Pro Semester gibt es zwei politische Vorträge.

VHS als Spiegel der Gesellschaft

Am Puls der Zeit zu sein und das anzubieten, was gerade gefragt ist, darauf arbeitet die VHS stets hin. „Ich habe es 18 Jahre lang gemacht und kann es immer noch nicht sagen, was ankommt und was nicht“, sagt Dunkl und schmunzelt. „Das macht es aber spannend.“ Das Schöne sei auch, dass für die meisten Kurse Dozenten vor Ort zu finden sind. „Das zeigt, wie reich unsere Gesellschaft ist.“ Die Volkshochschule sieht Peter Dunkl damit auch als einen Spiegel der Gesellschaft.

„Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gekommen und habe es genossen, hier zu sein“, sagt Dunkl auch im Hinblick auf das schöne Ambiente im umgebauten Franziskanerkloster. „Ich glaube auch, dass die Menschen das schätzen.“

Mehr Zeit in der Rente

Nun freut sich Peter Dunkl darauf, mehr Zeit mit seiner Frau verbringen zu können und viel wandern zu gehen. Und da wäre noch das Wohnmobil, das schon länger auf seinen Einsatz wartet.

„In den 18 Jahren habe ich mit Menschen zu tun gehabt, die ich sehr schätze“, sagt Peter Dunkl. „Ich werde gucken, dass der Kontakt zu denen nicht abreißt.“ Der Literatur bleibt Peter Dunkl ebenso treu. Künftig will er Literaturführungen in Ehingen anbieten.

Das könnte dich auch interessieren:

18


Jahre lang war Peter Dunkl Leiter der Volkshochschule Ehingen. Gestern wurde er von Oberbürgermeister Alexander Baumann verabschiedet.

Neue Leitern fängt im Oktober an


Nachfolge Christiane Aumann tritt die Nachfolge von Peter Dunkl an. Dies hatte der Verwaltungsausschuss des Ehinger Gemeinderats in der nicht-öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses in der vergangenen Woche entschieden. Christiane Aumann startet im Oktober.