Munderkingen Volksglauben erklärt

Ein 400 Jahre altes Wasserleitungsrohrstück zeigte Michael Lohner bei dem Themen-Rundgang in Munderkingen am Martinsbrunnen. Foto: Ingeborg Burkhardt
Ein 400 Jahre altes Wasserleitungsrohrstück zeigte Michael Lohner bei dem Themen-Rundgang in Munderkingen am Martinsbrunnen. Foto: Ingeborg Burkhardt
Munderkingen / INGEBORG BURKHARDT 18.06.2014
Die Donau, Brunnen, Quellen, das Wasser und die Legenden, die sich darum ranken, waren am Montag Thema einer Stadtführung mit Bürgermeister Michael Lohner. 31 Bürgerinnen und ein Mann waren dabei.

"Die Resonanz bei der Wasserführung" am Montag war überwältigend", sagt Rosi Sauerbier, zweite Vorsitzende des katholischen Frauentreffs. Sonst kamen 20 bis 25 zum monatlichen Beisammensein. Diesmal seien auch einige des befreundeten evangelischen Frauenkreises da gewesen. So waren 31 Bürgerinnen und ein Mann mit Bürgermeister Dr. Michael Lohner unterwegs vom Martinsbrunnen zum Bürgerpark, zur Ventura-Quelle und zum Frauenberg. Lohner erzählte Geschichten zum Wasser und zur Geschichte der Stadt und sprach unter anderem in Höhe des Oisa-Käppele, wo von Furunkeln geplagte Patienten einst um Besserung beteten, auch über Volksglauben und Legenden. Es wurde viel gelacht auf dem Rundgang, der gemütlich in der Brasserie "Adler" beschlossen wurde.

Weil der Marktbrunnen derzeit hinter einer schützenden Bretterwand steht, wurde der Spaziergang durch das "donauumflutete Städtchen" am Martinsbrunnen begonnen. Das Blumengesteck, das Barbara Murrath und Rosi Sauerbier für Lohner mitgebracht hatten, fand während der Einleitung zur Geschichte der Kleinstadt "mit der größten Bevölkerungsdichte im Alb-Donau-Kreis" in der Touristenregion "Donauschleife" neben dem 400 Jahre alten Wasserleitungsrohrstück auf dem Brunnenrand Platz.

Lohner sprach über die Quellen am Höhenblick, die feuchten Wiesen in Algershofen, über Hochwässer und die Eingemeindung des Teilorts 1933. Themen war auch die drei Brunnen in der Stadt, die im frühen 16. Jahrhundert mit den prachtvollen Bürgerhäusern gebaut wurden, zur Wasserversorgung für Mensch, Tier und für die Produktion in Gewerbebetrieben. Die Figuren auf dem Markt- und Martinsbrunnen seien unverändert, auf dem Brunnen bei der Kirche habe der Verschönerungsverein 1892 den abgegangenen Dionysius mit einer Marienstatue ersetzt. "Heut könntet mir so en Verschönerungsverein au braucha", scherzte er.

Nach kurzen Ausführungen zu der Wasserversorgung aus dem Wasserbehälter im Ried (1968 bis 1988), den 1989 erschlossenen Tiefenquellen im Tannenwald, wo es "Wasser in Hülle und Fülle und guter Qualität" gebe, wies Lohner auch auf die neue zentrale Warte im Bauhof hin. Dann machte sich die interessierte Schar mit ihm auf den Weg zum Brückenheiligen Nepomuk und hielt kurz inne am Giebel des Heilig-Geist-Spitals. Im Bürgerpark thematisierte Lohner dessen Umgestaltung und den Hochwasserschutz.

An der Ventura-Quelle, einem mythischen Ort, dessen warmem Quellwasser heilende Kräfte bei Augenleiden zugesprochen wurde, gab es ein Gruppenfoto wie anno dazumal bei Vereinen beliebt. Droben am Frauenberg musste Lohner beim "Wunder am Brunnen" etwas improvisieren: Er hatte den falschen Schlüssel in der Tasche und konnte das Häuschen nicht öffnen. Somit kroch die legendäre Schlange - Lohner nahm dazu eine Plüsch-Version - nicht aus dem Brunnenhaus, sondern lag dahinter neben einem Karton Sekt. Mit dem prickelnden Getränk stießen die "Ausflügler" auf "das Wunder 2014" an, betrachteten die Darstellung der originalen Schlange an der Empore in der Frauenbergkirche und und kehrten heiter in die Stadt zurück.

Info Nächster Monatstreff ist am 14. Juli. Rolf Stökler führt durchs Planetarium Laupheim; Abfahrt (Fahrgemeinschaften): 19.30 Uhr am Bahnhof.

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