Auf einen Rekordwert von 804 Geburten hat es das Ehinger Krankenhaus im Jahr 2018 gebracht. Bereits in den Vorjahren ging der Trend schon stark nach oben. Ob dies an den Schließungen der Geburtenstationen in Riedlingen, Laupheim, Langenau und Münsingen in der jüngsten Vergangenheit liegt? Daniela Rieker, Pressesprecherin der ADK GmbH für Gesundheit und Soziales, sagt auf Nachfrage, dass sich dies nicht mit Sicherheit feststellen lasse, da die jungen Familien bei der Aufnahme im Ehinger Krankenhaus dazu nicht befragt werden. „Dennoch ist davon auszugehen, dass ein Teil der Mütter, die ihr Kind in einer dieser Kliniken bekommen hätten, nun Ehingen als Geburtsort gewählt haben“, schätzt Rieker.

„Wir kennen die Gründe natürlich nicht von allen Eltern. In den Fällen, wo wir sie erfragen, werden aber häufig das Zertifikat ,babyfreundliche Geburtsklinik’ oder die extrem niedrige Rate an Kaiserschnitten genannt“, beschreibt Rieker einen weiteren Grund.

Die Klinik habe speziell für die Wöchnerinnen schon seit ein paar Jahren einen internen Befragungsbogen, in dem die Zufriedenheit mit der Betreuung sowie mit der Anleitung zum Stillen abgefragt wird. 65 Prozent der Wöchnerinnen beantworteten bislang die Fragen mit folgendem Ergebnis: 95,7 Prozent von ihnen ist demnach bei Problemen sehr gut geholfen worden; 88,5 Prozent waren mit der Anleitung zum Stillen sehr zufrieden, weitere 8,6 Prozent bezeichneten sie als gut. Die Betreuung wurde über alle Tageszeiten hinweg mit Werten zwischen knapp 93 und gut 95 Prozent als sehr gut bezeichnet.

Mutter-Kind-Bindung fördern

Rieker sieht auch in der Tatsache, dass die Hebammenpraxis, die auch viele Vorträge und Kurse anbietet, im Ehinger Gesundheitszentrum unmittelbar neben der kinderärztlichen Praxis liegt, einen Pluspunkt.

Nach den Leitlinien der „WHO UNICEF Initiative“ gilt Ehingen als „babyfreundliche Geburtsklinik“, die die enge Bindung zwischen Mutter und Kind bereits in den ersten Lebensminuten fördern soll. „Durch ein sehr intensiv geschultes Team können Frauen beim Stillen sehr gut unterstützt werden“, beschreibt Rieker. Auch wer nicht stillen möchte, könne beim Ernähren mit der Flasche die Bindung zum Kind durch bestimmte Verhaltensweisen verstärken. Die Gutachter der Initiative lobten zudem mehrfach die Besucherlösung in Ehingen: Der Kindsvater und Geschwister können jederzeit zu Mutter und Säugling, alle anderen während der Besuchszeiten. Außerhalb dieser Zeiten gibt es noch die Möglichkeit, sich im Besucherzimmer zu treffen. Über eine Rufanlage wird die Mutter informiert. Ist sie bereit, Besuch zu empfangen, kommt sie mit Kind in den Besucherbereich, falls sie nicht gestört werden will, geht sie einfach nicht ans Telefon. „Dadurch finden Mutter und Kind mehr Ruhe in den ersten Tagen“, nennt Rieker den Vorteil. Auch das Familienzimmer werde gerne angenommen – eben damit man schon in den ersten Tagen als Familie zusammenwachsen kann.

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Das Team


44 Personen umfasst das Geburtshilfeteam derzeit. Darunter sind zehn Ärzte, 19 Pflegekräfte, zwölf Hebammen und drei Auszubildende zur
Hebamme.