Spezialtiefbau Viel Lärm und Aufwand für ein großes Loch

Ehingen / Andreas Hacker 12.10.2018
Mit einer Großbohrdrehanlage werden auf der Baustelle für die Volksbankhöfe in Ehingen umgebende Straßen und Gebäude gesichert.

Manchmal freut man sich schon über Kleinigkeiten. „Wir sind froh, dass die Donau-Iller-Bank zugestimmt hat und die Arbeiten erst um 7.30 Uhr beginnen, obwohl es nach den Regeln der Stadt schon um 7 Uhr laut werden dürfte“, sagt Hans-Peter Huber vom Gasthof „Ochsen“: Das ist für den Hotelier an der Schulgasse und seine Gäste ganz wichtig, bedeutet die halbe Stunde Ruhe zusätzlich doch die Chance für ein halbwegs ungestörtes Frühstück.

Nach 7.30 Uhr prägt das Geschehen auf dem Grundstück der späteren Volksbankhöfe das Leben in der Ehinger Innenstadt ganz entscheidend. Denn bevor die Arbeitsgemeinschaft der Firmen Motz aus Illertissen und Brotbeck aus Ehingen mit dem Ausheben der Baugrube und dem Abbruch der noch vorhandenen Keller und Tresorräume beginnen kann, müssen an den Rändern Gebäude und Straßen gesichert werden. Das heißt vor allem bohren – und das geht nicht ohne Lärm. „Irgendwann muss das sein“, sagt auch Huber, der Innenstadt tun die Volksbankhöfe später einmal gut. Doch jetzt hat er Einbußen: Gäste reisen wieder ab oder verlangen massive Reduzierungen.

Bis zu 13 Metern tief bohren

Rund 130 Tonnen wiegt die Großbohrdrehanlage von Liebherr, der Motor hat 380 kw und der Bohrer schafft ein Drehmoment von 400 Kilonewton, das sind umgerechnet knapp 40 Tonnen, mit denen sich die Felsbohrschnecke in einer Stahlhülse in den Boden gräbt. Bis zu 13 Metern tief. Das geht in den oberen Schichten des Untergrunds eher leicht, da folgen aufeinander Auffüllmaterial, Kies und Schmelzwassersand, dann kommen Lehm und Steine und ganz unten dann der weiße Jura. Zwei bis drei Meter müssen die Bohrpfähle aus statischen Gründen im Fels gründen, und wenn der angebohrt wird, hören die Ehinger das bis weit in die Innenstadt mit.

Bis Mitte Dezember, schätzt Wolfgang Bucher, werden die Arbeiten an der acht bis neun Meter tiefen Baugrube dauern, dann kann im neuen Jahr mit dem Bau der Tiefgaragen begonnen werden. Bucher, früher Ortsvorsteher in Schmiechen, ist Oberbauleiter Spezialtiefbau bei Motz und schätzt, dass insgesamt 140 Meter im Berliner Verbau und an den bestehenden Gebäuden rund 90 Meter Strecke mit Bohrpfahlwänden gesichert werden müssen.

Entlang der Schulgasse sind die ersten Doppel-U-Stahlträger für den so genannten Berliner Verbau schon im Boden, alle 1,5 Meter einer. Später werden parallel zum Ausheben der Baugrube die Zwischenräume mit Kanthölzern oder Spritzbeton oder beidem geschlossen; die so entstehende Stützwand wird noch aufwendig mit einer Last von 30 bis 40 Tonnen im dahinterliegenden Grund verankert. Auch das verlangt genaues Arbeiten: Für die Anker wird schräg nach unten bis zu 12 Meter weit gebohrt, ohne dass Keller oder Kanäle beschädigt werden dürfen.

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