Abfallwirtschaft Vertrauen auf den Kreis

Rottenacker/Munderkingen / swp 30.06.2018

Die Gemeinde Rottenacker und die Stadt Munderkingen wollen die Müllabfuhr dem Landkreis übertragen.  Bei nur einer Gegenstimme in Rottenacker und einem einstimmigen Votum in Munderkingen wollen beide Kommunen ab dem Jahr 2022 die Zuständigkeit für die Abfallwirtschaft ganz an den Kreis geben.

In der Aussprache hatte Rottenackers Bürgermeister Karl Hauler dem regionalen Abfuhrunternehmen Braig aus Berkach vorgeworfen, „Panikmache“ zu betreiben. Diese Firma unterstelle in einem Schreiben an die Gemeindeverwaltung, dass künftig die Abfuhr nicht mehr verlässlich sei, wenn der Landkreis diese ausschreibe und große Anbieter zum Zug kämen. In der Debatte sagten mehrere Gemeinderäte, dass sie davon ausgehen, dass der Kreistag „bürgernahe Lösungen“ für die Abfuhr auf den Weg brächte, wenn der Landkreis die Verantwortung habe. Hauler sieht bei der Müllabfuhr „neue Herausforderungen“ auf die Verwaltung zukommen und plädierte deshalb dafür, die Verantwortung in die Hände des Landkreises zu geben. Der Bürgermeister hält auch ein einheitliches Müllabrechnungs- System für wünschenswert. Er rechnet damit, dass künftig am Mülleimer ein Chip installiert wird, mit dem das Gewicht des Mülls gewogen wird.

Auch in Munderkingen kam es zum Disput, als Karl-Eberhard Braig sich zum Wort melden wollte, von Bürgermeister Dr. Michael Lohner aber mit dem Hinweis gebremst wurde, dass der Abfallunternehmer hier kein Rederecht habe. Lohner hatte zu Beginn der knapp einstündigen Debatte vorausgeschickt,, dass Munderkingen zwar ein bisher kostengünstiges und gut funktionierendes Müllsystem habe, die gesetzlichen Vorgaben der EU sowie von Bund und Land allerdings so stark stiegen, „dass wir auf kommunaler Ebene an unsere Grenzen kommen“. Der Bau des gesetzlich geforderten Recyclinghofs bezüglich der Grünguterfassung sei nur ein Vorgeschmackn auf das, was noch kommen werde; als nächstes stünde die Einführung der Biomüllsammlung an. Lohner: „Ich glaube, dass der Bürgerservice mit dem Kreis noch besser wird, da das ganze System noch professioneller wird.“

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