Immobilie Verschlossene Türen

Der Eingangsbereich der Seniorenwohnanlage in der Schelklinger Hirschgasse. Bislang von allen genutzte Räume bleiben dort seit Juni zu, die Kreisbau hat die Schlösser ausgetauscht.
Der Eingangsbereich der Seniorenwohnanlage in der Schelklinger Hirschgasse. Bislang von allen genutzte Räume bleiben dort seit Juni zu, die Kreisbau hat die Schlösser ausgetauscht. © Foto: Sobkowiak
Bernhard Raidt 21.07.2018

Die Bewohner der Seniorenwohnanlage in der Schelklinger Hirschgasse ärgern sich. Seit Mitte Juni ist der so genannte Kommunikationsraum, in dem Treffen und Feste, aber auch die regelmäßige Fußpflege, stattgefunden hatten, verschlossen. Ebenso geschlossen sind die drei Toiletten im Erdgeschoss, die Bewohner und Besucher häufig nutzten. Auch zwei Kellerräume, die bislang allen zugänglich gewesen waren, sind zu. Die Bewohner empfinden all das als Verlust.

Im Eigentum der Kreisbau

Hintergrund der verschlossen Türen ist ein Konflikt zwischen der Kreisbaugesellschaft und Eigentümern. Die Kreisbau hat die Anlage errichtet und hatte bis Ende 2017 auch die Hausverwaltung inne. Die Wohnungen der Anlage gehören privaten Eigentümern – nicht jedoch die seit Mitte Juni abgeschlossenen Räume. Sie sind weiterhin Eigentum der Kreisbau.

Pressesprecherin Daniela Rieker erläutert die Sicht der Kreisbaugesellschaft: Als klar war, dass die Hausverwaltung in andere Hände übergehen würde, habe die Kreisbau auf einer Eigentümerversammlung deutlich gemacht, dass es für die strittigen Räume eine Lösung geben müsse. Ein Termin bei Bürgermeister Ruckh mit Vertretern der Kreisbau und den Eigentümern habe aber zu keiner gütlichen Einigung geführt. Der Eigentümergemeinschaft sei dann der Kauf der Räume angeboten worden, und zwar zunächst zum Buchwert, dann zum Preis, den ein vereidigter Sachverständiger festgestellt habe. Demnach haben die Räume einen Wert von 67 000 Euro.

Zudem sei dem neuen Verwalter ein Angebot unterbreitet worden, die Räume gegen ein Entgelt zu nutzen oder selbst ein Angebot zu erarbeiten. Da auch dies unbeantwortet blieb, habe die Kreisbau die Schlösser an den ihr gehörenden Räumen austauschen lassen. „Natürlich können wir die Nöte der Bewohner verstehen“, schreibt Rieker. Aber jetzt sei die Eigentümergemeinschaft am Zug. Unabhängig davon strebe die Kreisbaugesellschaft weiterhin die Veräußerung dieser Räume sowie der Gewerbeeinheit im selben Gebäude an.

Viele Jahre lang zugänglich

Beate Roser, Sprecherin des Beirats der Eigentümergemeinschaft, berichtet, dass die Räume viele Jahre lang allen Bewohnern zugänglich gewesen seien. Bei der Besichtigung der Anlage vor dem Kauf der Wohnungen seien die Räume selbstverständlich vorgezeigt worden mit der Bemerkung, dass sie von allen genutzt werden könnten. „Das war damals definitiv ein Kaufargument“, sagt Roser. Die Eigentümer sorgten dafür, dass die Räume geputzt und vom Hausmeister in Schuss gehalten werden. „Wir haben ja diese Räume auch unterhalten“, sagt Roser.

Gespräch im September

Der Eigentümergemeinschaft falle es jetzt sehr schwer, einem Kauf zuzustimmen – alle 22 Wohnungseigentümer müssten dazu unter einen Hut gebracht werden. Zudem habe zuletzt der Aufzug der Wohnanlage für viel Geld ausgetauscht werden müssen, was die Eigentümer finanziell belastet habe.

Roser hofft aber auf eine Verständigung mit der Kreisbaugesellschaft. „Wir streben eine gütliche Einigung an“, sagt sie. Im September sei ein Gespräch zwischen den Vertretern der Eigentümer und Kreisbau-Geschäftsführer Wolfgang Schneider vorgesehen. „Wir hoffen, dass wir im Gespräch eine Lösung finden“, sagt Roser.

Die Bewohner der Anlage in der Hirschgasse wären froh, wenn sie die Räume wieder nutzen könnten – viele verstehen nicht, warum die Türen geschlossen bleiben. „Das ist wohl ein schlechter Scherz“, vermutet einer.

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Eigentümer besitzen Seniorenwohnungen in der Schelklinger Hirschgasse. Der Kreisbaugesellschaft hat bis Ende 2017 die Anlage verwaltet, ihr gehören noch einige Räume.

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