Mit einem fast vier Mal so hohen Haushaltsvolumen wie im Vorjahr geht der Zweckverband Interkommunales Gewerbegegebiet Munderkingen ins Jahr 2019. Ursache für das Ansteigen von 155.200 auf jetzt 615.820 Euro ist der laufende Breitbandausbau, der sich drastisch verteuert hat, wie Geschäftsführer Markus Mussotter bei der Vorstellung der Zahlen sagte: Was vor einem Jahr auf knapp 170.000 Euro geschätzt worden war, kostet nach dem Ergebnis der Ausschreibung jetzt 445.000 Euro und führt maßgeblich zum Anstieg im Vermögenshaushalt von 100.000 Euro im Vorjahr auf jetzt 555.000 Euro.

„Die Kosten fürs schnelle Internet schlagen kräftig zu Buche“, sagte Munderkingens Bürgermeister Dr. Michael Lohner als Verbandsvorsitzender zu der Preisentwicklung im Tiefbau. „Da haben wir zu knabbern.“ Was das heißt, hat Mussotter bei der Haushaltsvorstellung übersetzt: Der Zweckverband braucht vermutlich nach langer Zeit mal wieder ein neues Darlehen, vermutlich über einen Betrag von etwas mehr als 370.000 Euro. Vom Land erhalt der Verband dafür einen Zuschuss von rund 82.000 Euro.

In der Sache gab es im Verband in der Sitzung am Dienstag keine Debatte um den Breitbandausbau, den Lohner als absolut notwendig bezeichnet hat, weil die Betriebe auf schnelles Internet angewiesen seien. Allerdings bringt eine erneute Kreditaufnahme die Verschuldung des Verbands mit dann voraussichtlich 1,96 Millionen Euro in eine Größenordnung, in der die Verbindlichkeiten die theoretisch möglichen Erlöse aus dem Verkauf der verfügbaren Restflächen übersteigen: Bei noch etwas mehr als 55.000 Quadratmetern ergibt dies bei einem Preis von 34 Euro je Quadratmeter 1,90 Millionen Euro.

Untermarchtals Bürgermeister Bernhard Ritzler hat deshalb vorgeschlagen, auch mit Blick auf ein mögliches Steigen der Zinsen in einigen Jahren, dass nicht nur alle Erlöse aus Grundstücksverkäufen in die Tilgung gesteckt werden, sondern die beteiligten Gemeinden auch aus ihren Einnahmen aus dem Gewerbegebiet einen zusätzlichen Beitrag zum Abbau der Schulden leisten.  Seit dem Jahr 2010 übersteigen nach Angaben Lohners die Einnahmen aus Gewerbe- und Grundsteuer mit 80.000 bis 120.000 Euro die jährlichen Betriebskosten von 44.000 bis jetzt voraussichtlich 60.000 Euro, so dass im Verhältnis ihrer Größe Geld an die Kommunen fließt (siehe Extratext). Von Rechtensteins Bürgermeisterin Romy Wurm kommt dazu der Vorschlag, den Gemeinden aus diesem Ertrag die Betriebskostenumlage zu erstatten und das restliche Geld für die Tilgung zu verwenden.

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Munderkingen und elf andere Gemeinden


Verband Von den Verwaltungs- und Betriebskosten des Zweckverbands für das Gewerbegebiet trägt die Stadt Munderkingen die Hälfte. Die anderen 50 Prozent verteilen sich auf elf Gemeinden im Umland: Emeringen 1,12 Prozent, Emerkingen (5,47), Grundsheim (1,46), Hausen am Bussen (1,94), Lauterach (4,9), Obermarchtal (9,21), Oberstadion (10,65), Rechtenstein (2,38), Untermarchtal (6,98), Unterstadion (4,67) und Unterwachingen (1,12).