Gerechtigkeit Verantwortlich leben

Julia Hertenberger und Yasna Crüsemann (rechts) beim  Festabend in der Oberschaffnei.
Julia Hertenberger und Yasna Crüsemann (rechts) beim Festabend in der Oberschaffnei. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 16.04.2018

„Wir wollen an die Tischreden Martin Luthers anknüpfen“, sagte Yasna Crüsemann zur Begrüßung der Gäste in der Oberschaffnei. Das Festmahl der Gerechtigkeit solle dem Kennenlernen und dem Ideenaustausch dienen, erläuterte die Ulmer Prälaturpfarrerin die Idee zu einem Essen, bei dem zwischen den Gängen ein Redner die Ideen und Vorgehensweisen aus seinem Wirkungsbereich erläuterte.

Yasna Crüsemann stellte den Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung (DiMOE) der evangelischen Landeskirche in Württemberg vor. Dort wirkt die Pfarrerin, die die erkrankte Pfarrerin Margot Lenz vertrat. Es gehe bei dem Festmahl um körperliche und seelische Stärkung, sagte Yasna Crüsemann. In der Küche der Oberschaffnei hatte die Diätassistentin Julia Hertenberger Speisen vorbereitet, die im Laufe des Abends serviert wurden.

Der Abend begann unterhaltsam mit dem Unterstufenchor des Johann-Vanotti-Gymnasiums unter der Leitung von Wolfgang Gentner. Später erfreuten die Sopranistin Jutta Seidel und die Mezzosopranistin Birgit Ertle die etwa 30 Gäste.

Der Schwörzkircher Landwirt Franz Häußler erzählte von seiner Hofumstellung auf biologische Landwirtschaft. „1992 haben wir umgestellt und wir waren auf der Suche nach den richtigen Techniken und mussten uns unseren Eltern erklären, von denen wir den konventionell betriebenen Hof übernahmen“, erzählte er. 1993 bauten Häußlers die bisher älteste und kleinste Biogasanlage im Alb-Donau-Kreis, die heute noch läuft. Irgendwann kam die Landwirtsfamilie nicht mehr herum, sich auch politisch einzumischen, denn „die Gentechnik hätte uns gezwungen, Saatgut zu verwenden, das wir nie wollten“. Franz Häußler hält Milchvieh, das auf der Weide grast, er produziert deshalb kein Futtergetreide mehr. „70 Prozent der Weltgetreideernte ist Futtergetreide“, stellte er fest. „Es täte uns so gut, weniger zu produzieren.“

Die Verwendung von biologischen Zutaten war auch bei dem Menü ein Hauptkriterium. Den Gästen schmeckte etwa ein Kichererbsencurry mit Frühlingsgemüse, das eine feine Soße aus Zwiebeln, Bananen und Äpfeln hatte. Als Nachtisch gab es Mango Mousse im Glas.

Dr. Dieter Klotz, Leiter von Vertrieb und Marketing bei der Ehinger Energie, hielt die Tischrede und verwies nicht nur auf die ökologischen Ressourcen, sondern auch auf die menschliche Seite. Junge und ältere Mitarbeiter müssten gut zusammenarbeiten können.

Von der Berg Brauerei stellte Gertrud Hauler das Konzept vor, in dem vor allem der Faktor Zeit eine große Rolle spielt. „Die offene Obergärung und die Zwei-Tank-Reifung produziert ein Bier, das Zeit zum Reifen bekommt“, meinte die Bier-Fachfrau. In der Berg Brauerei wird die Sorte Schäfleshimmel und Dreikorn Hefeweizen mit Rohstoffen aus biologischen Anbau gebraut. Die Gerste wächst unter anderem auf dem Acker von Landwirt Franz Häußler. 

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel