Öpfingen Vegetarische Wurst für den Gast

Öpfingen / RAINER SCHÄFFOLD 14.07.2016
Hilde Mattheis war gestern beeindruckt beim Besuch der Metzgerei Weinbuch. Im Probenraumzentrum erfuhr sie von hohen behördlichen Hürden.

Der Gast war erstaunt: 62 Mitarbeiter beschäftigt die Metzgerei Weinbuch, hat Hilde Mattheis gestern erfahren. Firmenchef Franz Weinbuch erzählte der SPD-Bundestagsabgeordneten, die auf ihrer Sommertour vorbeigekommen war, auch von seinen Plänen, im Gewerbegebiet „Burren“ eine Art Bistro zu bauen. Dort soll es eine „Weißwurstshow“ geben und eine „gläserne Produktion“, bei der Gäste zuschauen können.

2017 soll der Bau beginnen, 2018 fertig sein. Weinbuch hofft auf Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR), sagte er. Denn übernehmen wolle er sich auf keinen Fall. Jedenfalls soll der Neubau umweltfreundlich sein, mit Wärmerückgewinnung und Blockheizkraftwerk, was es auch jetzt schon in der Metzgerei an der Schulstraße gebe. 20 bis 30 weitere Teil- und vier Vollzeitstellen sollen „dort oben“ entstehen.

Mit weitaus weniger Mitarbeitern hatte Franz Weinbuch einst begonnen, berichtete er. Seine Eltern betrieben das Gasthaus „Ochsen“ mit Metzgerei, und nachdem der Bruder in Kanada bereits die Queen von England bekocht habe, wollte er nicht mehr zurückkommen. So kam es, dass die Schwester die Wirtschaft bekam und Franz Weinbuch eine neue Metzgerei gebaut hat. Zuerst das jetzige Wohnhaus, vor 30 Jahren dann das heutige Ladengebäude.

 „Es wird auch bleiben“, äußerte sich Bürgermeister Andreas Braun erfreut über den Nahversorger im Ort, der auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Gemeinde sei. Weinbuch reagiere auch auf den Ernährungswandel, erfuhr Hilde Mattheis auf ihre Frage, so biete die Metzgerei heute weit mehr als nur Schweinefleisch oder die weithin bekannte Schwarzwurst. Für die Abgeordnete, die nach eigenem Bekunden kein Schweinefleisch mag, servierte der Metzger vegetarische Wurst, nachdem die Gäste durch die Produktion geführt worden waren.

„In dieses Haus wollt’ ich immer schon rein“, sagte Mattheis an der nächsten Station. Eigentümer Frank Staudacher empfing die Gäste im Probenraumzentrum im Gewerbegebiet „Burren“. Wahrscheinlich sei er „weltweit der erste, der ein solches Haus eigens gebaut hat“, sagte Staudacher nicht ohne Stolz. Sämtliche der 40 Probenräume in dem Gebäude mit den verschiedenfarbigen Fensterläden seien ausgebucht, berichtete Staudacher. Er hatte das Haus vor fünf Jahren gebaut, um es an Bands zu vermieten, nachdem das bisherige Domizil in der alten Erbacher Skifabrik wegen Abbruchs nicht mehr zur Verfügung stand. Ein „großes Thema“ sei der Schallschutz, erklärte Staudacher, er habe verschiedene Dinge probiert.

Der Bau habe für ihn eine große finanzielle Anstrengung bedeutet, erklärte der Inhaber. Ob sich diese gelohnt habe, könne er noch nicht sagen, jedenfalls sei man nun „aus dem Gröbsten raus“. Beklagt hat sich Staudacher über einige Hemmnisse von Amts wegen, vor allem die Vorschriften zum Brandschutz seien „außerhalb jeglicher Relation“. Nachträglich habe er noch Fluchttreppen anbauen müssen, was zusätzliches Geld gekostet habe.

Der Gast nahm’s verständnisvoll zur Kenntnis und versprach, am 3. Oktober beim vierten Burren-Festival vorbeizuschauen. Dazu bekam Hilde Mattheis ein passendes T-Shirt überreicht und eine CD mit Musik von Bands, die in Öpfingen proben.

Auf dem Weg zum Gewerbegebiet zeigte der Bürgermeister der Abgeordneten, die von Klara Dorner begleitet wurde, an der B311-Kreuzung die Pläne für den dortigen Fußgängerüberweg. „Dies ist eine Übergangslösung“, betonte Braun.

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