Schaiblishausen / RENATE EMMENLAUER 70 Jahre VdK Kirchbierlingen/Griesingen/Rißtissen: Bei der Jubiläumsfeier gab es einen Blick zurück, Dank und Lob.

Interessant wie amüsant – so war die Zusammenfassung des Ehrenvorsitzenden Paul Engst aus den Anfängen der einstigen VdK-Ortsgruppe Kirchbierlingen. Nun hat der inzwischen erweiterte VdK Kirchbierlingen/Griesingen/Rißtissen sein 70-jähriges Bestehen gefeiert. Die Gemeindehalle in Schaiblishausen war am Freitag gut besucht. Sieben Bürger, berichtete Engst, hatten die Gruppe 1949 im Gasthaus „Krone“ in Schaiblishausen gegründet. Erster Vorsitzender war Fritz Günther. Danach folgten Eduard Laudin, Maria Müller und Josef Geiss, der den Ortsverband dann mehr als 30 Jahre führte. 1995 wurde Christoph Glöckler zum Vorsitzenden gewählt, 1997 trat Paul Engst dann dessen Nachfolge an. Am 10. März 2000 fusionierten die drei Ortsverbände Kirchbierlingen, Griesingen und Rißtissen, weil letztere ohne Vorsitzende waren. Die für langjährige Mitgliedschaft geehrten VdKler in dieser Zeit alle aufzuzählen, „das würde bis Ostern dauern“, sagte Engst. 2011 sei dann Siegfried Hummel als Nicht-VdKler kurzerhand zum Vorsitzenden ernannt worden. „Das war ein guter Coup mit dem Siegfried. Der macht seine Sache richtig gut“, lobte Engst. „Verschiebe die Dankbarkeit nie“ – mit diesem Zitat von Albert Schweitzer begann das Grußwort des Griesinger Bürgermeisters Oliver Klumpp. Der VdK engagiere sich in der Region für die Belange der Mitmenschen. Die Institution sei wertvoller denn je, zumal die soziale Kluft größer werde. „Der einstige Kriegsopferverband hat sich zum zukunftsweisenden Sozialverband entwickelt“, betonte Klumpp.

Auftrag noch lange nicht erledigt.

Laut dem VdK-Kreisvorsitzenden Siegfried Ritscher sei es wichtig, sich immer daran zu erinnern, was diese Schicksalsgemeinschaft zusammengeführt hat: die großen Nöte nach dem Zweiten Weltkrieg. „Wir VdKler sind Forderer des sozialen Miteinanders mit parteilicher Unabhängigkeit. Wir betreiben Lobbyarbeit für die sozial Benachteiligten. Unser Auftrag ist noch lange nicht erledigt.“ Niedriglöhne und teure Wohnungen trieben immer mehr Menschen in die Armut. Laut Ritscher gehören 51,9 Prozent des deutschen Netto-Gesamtvermögens den zehn Prozent Reichen, den Rest müssen sich 90 Prozent der Bundesbürger teilen. Der Sozialverband kämpfe auf verschiedenen Feldern. Diakon Uli Körner sagte für die Seelsorgeeinheit Donau-Riss: „Sie als Sozialverband haben ein politisches Mandat und die Anwaltschaft für die Anliegen der Bedürftigen.“ Körner bereicherte das Jubiläum mit einem Vortrag zum Thema „Heimat – mehr als ein Zuhause. Spurensuche in Pinselstriche“. Er sagte mit Blick auf die Kriege weltweit: „Heimat ist nicht selbstverständlich und nicht sicher.“ Walter Bärsauter umrahmte die Feier musikalisch.

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Die Mitgliederzahl wächst von 118 auf 124

Regularien Vor dem Jubiläumsfest hatte der VdK-Ortsverband seine Jahreshauptversammlung abgehalten. Der Mitgliederstand ist von 118 auf 124 gewachsen. Ein Halbtagesausflug und ein Jahresausflug fanden statt, ebenso die Weihnachtsfeier. Im Mai wird es eine sechstägige Jubiläumsreise nach Lourdes geben. Auch für dieses Jahr plant zwei Ausflüge geplant.

Ehrungen Einige Mitglieder wurden ausgezeichnet. Das Treueabzeichen in Gold für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielten Ehrenvorsitzender Paul Engst und Eugen Karle. Mit einer goldenen Ehrennadel des Bundesverbandes für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde Paul Schick, Hans Hepp (beide Beisitzer) mit einer Ehrennadel in Silber. Mit der Verdienstnadel des Landesverbandes für ehrenamtliche Tätigkeit bedacht wurden Norbert Strehl (Revisor), Hildegund Waschlewski (Frauenvertreterin) und Isolde Hummel (Schriftführerin). re