Schelklingen / Bernhard Raidt Der Schelklinger Friedhof soll neue Grabfelder erhalten. Die Stadträte pochen auf eine andere Gestaltung und lehnen eine „Ritualwand“ ab.

Der schlechte Zustand des Friedhofs in Schelklingen ist vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Die Landschaftsarchitektin Toni Münch-Spengler hatte im Auftrag der Stadtverwaltung einen Plan entwickelt, wie der Friedhof umgestaltet werden kann. Die Stadträte begrüßten im März die Planung (wir haben berichtet).

Am Mittwoch versammelten sich die Räte des Technik- und Umweltausschusses, die Stadtverwaltung sowie einige Bürger auf dem Friedhof, um über die neuen Grabfelder für die Urnenbestattung zu sprechen. Und es zeigte sich – der Teufel steckt im Detail. Münch-Spengler hatte die drei Bereiche, die für die Urnengrabfelder vorgesehen sind, mit Flatterband markiert.

Gegen diese Plätze hatte kaum ein Rat etwas einzuwenden. Gegen die Gestaltung der Grabfelder aber sehr wohl. Beim Urnengemeinschaftsgrabfeld, wo Platz für 32 Urnenbestattungen geschaffen werden soll, kritisierten die Räte, dass die Gräber streng geometrisch angeordnet werden sollen. „Recht nüchtern“ sei das, sagte Hans Merkle (Freie Wähler). Wie ein „Soldatenfriedhof“, sehe das aus, es gefalle ihm überhaupt nicht, schimpfte Werner Meixner (CDU). „Alpträume“ verspürte sogar Heinz Zeiher (CDU) beim Gedanken an die strenge Anordnung.

Rolf Sontheimer (SPD) konnte sich mit der Aufreihung ebenfalls nicht anfreunden und „mehr Gestaltung“ forderte ein Bürger. Die Gräber könnten etwa in Form einer Welle angeordnet werden. Oder um eine Skulptur herum gruppiert werden, wie Werner Meixner forderte. Ebenfalls auf Ablehnung bei den Räten stieß eine geplante Wand – auf dieser rund 40 Zentimeter hohen „Ritualwand“ vor dem Urnengrabfeld hätten Angehörige Blumen oder Kerzen aufstellen können. „Wer räumt die Blumen weg, wenn sie verwelkt sind?“ – mehrfach formulierten Stadträte die Frage nach der Reinigung der Wand.

Als weiteren Platz für die Urnenbestattung hatte Münch- Spengler ein Urnengrabfeld mit Platteneinfassung geplant. 16 Urnengräber soll es dort geben – sie sollen von den Angehörigen bepflanzt werden. Jürgen Glökler (CDU) störte es, dass die Gräber von Platten eingefasst werden. Das müsse alles zuvor aufgeschottert werden, so etwas sei teuer und mache sich bei den Gebühren bemerkbar. Man solle das Geld lieber in Wege oder Bänke stecken. Glökler wiederholte diese Forderung später im Sitzungssaal – wo es darüber zu einem Disput mit Bürgermeister Ulrich Ruckh kam. Die Räte hätten doch der Planung zuvor zugestimmt, sagte Ruckh. Man könne doch nicht alles zurücknehmen. Die Mehrheit des Gremiums schloss sich dieser Meinung an.

Noch zwei weitere Grabfelder für Urnen hat Münch-Spengler auf dem Friedhof vorgesehen. Rasengräber unter Bäumen, sowohl mit Namensplatten als auch mit Stelen, sollen eine Art Friedwald-Atmosphäre erzeugen. Gegen den geplanten Standort hatte Hans Merkle einzuwenden, dass die im Boden liegenden Platten durch die umstehenden Bäume schnell verschmutzt werden.

Steinmetzmeister Rolf Müllner stellte das Material vor, mit dem gearbeitet werden soll – den weicheren Kelheimer Auerkalk für die oberirdisch angeordneten Elemente, den harten Flossenbürger Granit für die Teile, die direkt in der Erde liegen.

Mit Kosten von rund 42 000 Euro rechnet die Stadt, bereits in diesem Jahr sollen die Grabfelder erstellt werden. Allerdings wollen die Stadträte vor der Ausschreibung weitere Gestaltungsvorschläge von der Architektin für das Gemeinschaftsgrabfeld haben. Den Bau der „Ritualwand“ strichen die Räte.

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neue Grabfelder entstehen auf dem Schelklinger Friedhof: Ein Urnengemeinschaftsfeld, ein mit Platten eingefasstes Urnengrabfeld und schließlich Rasengräber unter Bäumen.