Als Wasserfee Eleni hat man in dem Musiktheaterstück „Der rosarote Kolibri“ einiges zu tun. Man muss einen Kolibri (Melina Ruppenthal) verzaubern, dafür unter ein blaues Wassertuch schlüpfen und dann schnell für neue Aufgaben hinter die Bühne flitzen. Da kann es schon mal passieren, dass in der Hektik während der Aufführung das Mikrophon verrutscht. So hörten die Zuschauer in der voll besetzten Lindenhalle eine Michel-Buck-Grundschülerin hinter der Bühne „das Mikro ist schon wieder runtergefallen“ seufzen. Und gegen Ende, als ein Frosch seinen Einsatz verpasste, fragte der andere besorgt die Spielleiterin Maria-Theresia Wurst: „Soll ich sie schnell holen?“

Die ungewollten Bemerkungen der Kinder zeugten ganz nebenbei von der Begeisterung, die bei der Aufführung in der Lindenhalle herrschte. Die Darsteller der Papageien, Bienen, Schmetterlinge und Eulen hatten sich prächtig herausgeputzt und schauspielerten mit Feuereifer. Schon zu Beginn schwirrten die Kolibris durch die Zuschauerreihen und die beiden Frösche hüpften in schönster Froschmanier zu ihren Einsätzen.

Die Geschichte von Maria-Theresia Wurst nach einer Kinderbuchvorlage von Eveline Gerster war lehrreich und amüsant zugleich. Der rosarote Kolibri wollte etwas Besonderes sein und nicht mehr mit seinen rosaroten Freunden spielen. Auch bei den anderen Tieren, auf die der Kolibri trifft, erfährt er Ablehnung, weil er sich als etwas Besseres fühlt. Bei den Papageien stört er im Sprachkurs und die wehrhaften Bienen verteidigen mit Stachelschwertern ihren Stock. Dazu fuhren bewegliche Bühnenbilder (Andrea Gippert) über die Bühne, die die Längenfeldschule gefertigt hatte. Die Kinder tanzten passende Szenen, einstudiert von Sabine Raasch, und der Chor der Michel-Buck-Schule sang unter der Leitung von Regina Rak eingängige Lieder, die Erik Daumann-Hettenbach komponiert hatte. Das Orchester der Musikschule Ehingen unter der Leitung von Thomas Svechla unterstrich das Bühnengeschehen perfekt.

Nach einigen Ablehnungen aus der Tierwelt versuchte es der rosarote Kolibri sogar beim Model-Wettbewerb. Aber selbst dort konnte er nicht bestehen. „Du übersiehst, was im Leben wirklich zählt“, sangen die beiden weisen Eulen. „Jeder auf der Welt kann etwas besonders gut“, wussten die Eulen, und als der Kolibri eines Besseren belehrt war, quakten die moderierenden Frösche erleichtert „endlich hat er's kapiert“. Ende gut, alles gut. Und das Musiktheater hat gute Chancen, als Vorlage für weitere Inszenierungen zu dienen. Gestern wurde es ein zweites Mal aufgeführt.