Gemeinderat Unterstadion möchte Verantwortung für Müll behalten

Unterstadion / DIETMAR BURGMAIER 27.06.2018

Der Gemeinderat Unterstadion hat in seiner Sitzung am Montagabend mehrheitlich beschlossen, dass die Gemeinde auch über das Jahr 2022 hinaus für die Müllentsorgung verantwortlich sein soll. Eine neue Regelung des Landesabfallgesetzes machte diese Entscheidung nötig. Bürgermeister Uwe Handgrätinger stimmte dagegen und möchte diese Verantwortung auf den Landkreis übertragen. Laut Landesabfallgesetz sind die Stadt- und Landkreise öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger. Die Landkreise können allerdings den Gemeinden auf deren Antrag die Müllentsorgung überlassen. Für den Alb-Donau-Kreis wird eine einheitliche Lösung angestrebt.

Braig redet mit

In der Sitzung des Gemeinderats Unterstadion war der Berkacher Müllentsorger Karl-Eberhard Braig zu Gast. In seinen Wortbeiträgen machte er sich für die bestehende Regelung, wonach Unterstadion für die Entsorgung verantwortlich ist, stark. Er zeichnete ein miserables Bild für die Zukunft, wenn die Verantwortung auf den Landkreis überginge. Würde der Landkreis die Müllentsorgung für alle Gemeinden einheitlich ausschreiben, sei damit zu rechnen, dass große Konzerne auf den Plan treten. Mit denen sei allerdings eine sachgerechte Zusammenarbeit nicht möglich. Beschwerden der Bürger würden abgeblockt, sagte Braig. Mit ihm als Entsorger sei garantiert, dass jede Tonne geleert wird, wo auch immer sie steht. Die Gemeinderäte zeigten sich überzeugt, dass die Verantwortung auch künftig bei der Gemeinde liegen solle. Bislang sei man mit dem regionalen Abfuhrunternehmen gut gefahren; dies soll so bleiben, so der Tenor der Beiträge der Gemeinderäte. Diese sahen in der Verantwortung der Gemeinde ein Stück Selbstständigkeit. Diese garantiere bürgernahe Lösungen. Entsorger Braig stellte für die Biotonne ein Bringsystem mit mehreren Containern in Aussicht.

Handgrätinger sieht Entlastung

Bürgermeister Handgrätinger wich vom Votum des Gremiums ab. Er argumentierte unter anderem, dass die Übertragung der Verantwortung auf den Landkreis die Gemeindeverwaltung spürbar entlaste. Die Sichtweise von Braig, dass ein großer Anbieter die Mülltonnen nicht verlässlich leeren würde, teilte der Bürgermeister nicht. Der Kreistag in Ulm wird nach der Sommerpause über die künftige Müllabfuhr im Alb-Donau-Kreis entscheiden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen dann die jeweiligen Absichtserklärungen der Gemeinden vorliegen.

Baugebiet besichtigt

Zu Beginn der Sitzung nahm das Gremium bei einem Vor-Ort-Termin die nach Ostern begonnene Erschließung des neuen Baugebiets „Stützenäcker III“ im ersten Bauabschnitt näher in Augenschein. Ein weiterer Bericht dazu folgt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel