Unsere Region sieht die Welt ein klein wenig positiver“, sagt Götz Maier, Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Ulm und meint damit den Ausblick unter den Metall- und Elektroindustriebetrieben fürs kommende Jahr. Der Arbeitgeberverband hatte alle 131 Mitglieds-Unternehmen angeschrieben und gebeten, Fragebögen auszufüllen, um die Entwicklung der Betriebe und Erwartungen zu erfassen. Nachdem die Präsentation für das gesamte Gebiet von Südwestmetall Ulm (siehe Infokasten) am Dienstag stattfand, stellte Maier die Zahlen für Ehingen und das Umland am Freitag im Rathaus im Beisein von Oberbürgermeister Alexander Baumann vor. Götz zufolge haben 21 Unternehmen, die 6600 Menschen beschäftigen, teilgenommen, was etwa zwei Drittel der hier angeschriebenen Firmen entspricht.

Aus den Antworten geht hervor, dass die Betriebe in Ehingen und Umgebung im Jahr 2018 in Sachen Umsatz mit 11,2 Prozent stark zugelegt haben. Er nannte das einen „herausragenden Wert“. Im Gesamtbezirk stieg der Umsatz bei den Betrieben um 10,1 Prozent. Absolute Zahlen nannte Götz nicht, verwies aber darauf, dass die hiesige Umsatzsteigerung besonders mit einer gestiegenen Inlandsnachfrage erklärt wird. Zwar legte auch der Export leicht zu, die Exportquote der Unternehmen sank allerdings wegen der Inlandsnachfrage von 75 Prozent im Jahr 2017 auf 70 Prozent im vergangenen Jahr.

Verhalten beim Umsatz

Das Umsatzplus führte dazu, dass die Unternehmen mehr investieren wollen: Der Gesamtwert aller hiesigen Unternehmen  lag 2018 bei 40 Millionen Euro, in diesem Jahr sind 50 Millionen Euro geplant. Und auch die Zahl der Beschäftigten stieg von 2018 auf 2019 um etwa vier Prozentpunkte. In absoluten Zahlen entspricht das etwa einem Zuwachs von 215 Arbeitsplätzen.

Zur Umsatzentwicklung im Ausblick geben sich die befragten Firmen vorsichtiger, wie Götz sagt. „Es gibt nur leicht positivere Aussichten.“ Etwa die Hälfte der Befragten geht von einer Steigerung aus, der Rest sieht einen Rückgang am Horizont. Die Gründe werden nicht erfasst, aus Gesprächen kann der Geschäftsführer sie jedoch benennen: die internationalen Handelskonflikte; der Brexit; ein „schwächelnder EU-Binnenmarkt“, insbesondere mit Blick auf Frankreich und Italien; die Automobilhersteller im Inland mit schlechteren Umsätzen, was sich auf die Zulieferer auswirkt. Positiv hingegen entwickelten sich Maschinenbauer, die auf Elektromobilität spezialisiert sind. Mit Blick auf die zu erwartende Auftragslage spricht Götz von einem positiven Bild, die Firmen gehen hier von einer Steigerung aus.

Die Zahl der Beschäftigten bleibt 2019 relativ stabil, sagt Götz. „In Summe gibt es ein paar Arbeitsplätze, die aufgebaut werden.“ Derzeit gebe es auch noch 71 offene Stellen, etwa Facharbeiter und Ingenieure. Parallel dazu entwickeln sich die Zahlen der Auszubildenden, hier ist von einem leichtem Zuwachs auszugehen. Die Quote liegt hier mit 4,8 Prozent ebenfalls höher als im Gesamtbezirk (4,7 Prozent).

Platz für unternehmerisches Wachstum sei vorhanden, sagt OB Baumann und verweist auf die Erweiterung des Industriegebiets Berg. Götz stimmt zu, wenngleich der Bedarf nicht abgefragt wird, sagt, dass die Situation in Biberach oder Ulm im Vergleich eher schwieriger sei, was vorhandene Flächen anbelangt.

131 Unternehmen mit 57 600 Mitarbeitern


Umfrage Die Südwestmetall-Bezirksgruppe Ulm verschickt in jedem Frühjahr, Ende März, Fragebögen an die Mitglieder, die bis Ende April Zeit haben, zu antworten. Das Angebot richtet sich an alle 131 Unternehmen in der gesamten Bezirksgruppe, zu der die Kreise Ulm, Alb-Donau und Biberach sowie die Gegend um Bad Saulgau gehören. Verbandsangaben zufolge beschäftigen die 131 Unternehmen derzeit 57 600 Mitarbeiter, zusätzlich 2600 Zeitarbeiter.