Verkehr Ulmer Straße: Ehinger wünschen sich Fußgängerüberweg

Anna Reisch tut sich schwer damit, am Friedhof die Ulmer Straße zu überqueren. Doch ein Fußgängerüberweg sei an dieser Stelle nicht möglich, sagt die Stadt.
Anna Reisch tut sich schwer damit, am Friedhof die Ulmer Straße zu überqueren. Doch ein Fußgängerüberweg sei an dieser Stelle nicht möglich, sagt die Stadt. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 03.01.2018
Vor allem Senioren vermissen einen Fußgängerüberweg über die Ulmer Straße beim Friedhof.

Anna Reisch ist nicht die einzige Ehingerin, die manchmal etwas ratlos am Gehweg steht und gerne die Ulmer Straße auf Höhe des Haupteingangs zum Friedhof überqueren möchte. „Aber da hält niemand“, sagt die Seniorin, die mehrmals die Woche auf den Friedhof geht und sich den rasenden Autos hilflos ausgeliefert sieht. Die Ulmer Straße ist in beide Richtungen eine viel befahrene Straße. Die einen wollen vom Glockenplatz stadtauswärts, andere vom Rosengarten in die Stadt hinein.

Am Glockenplatz und beim Bus­unternehmen hat die Ulmer Straße einen Kreisverkehr. „Die Kreisverkehre beschleunigen den Verkehr“, hat Franz Zeller von der anliegenden Gärtnerei beobachtet. Seit der Fußweg aus Richtung Altem Postweg barrierefrei gestaltet wurde, werde er viel benutzt, stellt der Anlieger fest. Jedoch endet für viele Besucher, die mit Gehhilfen auf den Friedhof wollen, der Weg an der Bordsteinkante. Dann sei es vor allem in der Dämmerung oder bei Nebel ein gewagtes Unterfangen, die Straße überqueren zu wollen, meint Anna Reisch.

Man habe die Stadtverwaltung schon mehrmals auf die Situation angesprochen, erklären Franz Zeller und Anna Reisch unisono. Für den Gärtnermeister ist der Friedhof eine Grünfläche, die auch als Naherholungsgebiet genutzt wird. Ein möglichst angenehmer Weg dorthin sei doch im Sinne der Kommune, vermutet der Blumenhändler. Seine Floristinnen würden sich bisweilen der ratlosen Senioren annehmen und sie über die Straße begleiten.  „Es wäre schlimm, wenn erst etwas passieren muss, damit hier was passiert“, sagt Anna Reisch.

Doch dort einen Fußgängerweg anzulegen, ist laut Stadt rechtlich gar nicht möglich. Die sogenannte Richtlinie für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen verlange eine gewisse Anzahl von Fahrzeugen und auch Fußgängern, die die Stelle passieren, teilt Hauptamtsleiter Frank Hohl auf Anfrage mit. Und diese Zahlen würden an der Ulmer Straße bei weitem nicht erreicht. Zwar querten bei Beerdigungen oder Gottesdiensten sehr viele Fußgänger die Straße, schreibt Hohl, ansonsten aber seien sie an dieser Stelle nur vereinzelt unterwegs.

Halteverbot kaum durchsetzbar

Und ein weiteres Argument führt die Stadt ins Feld: Die Fahrzeuge, die entlang der Straße auf der Seite des Friedhofs parken, beeinträchtigten „sehr erheblich“ sowohl die Sicht der Fußgänger als auch die der Autofahrer. Deswegen müsste mit der Einrichtung einer Querungshilfe auch ein Halteverbot kommen, dies wiederum sei laut Hohl in der Praxis, vor allem bei Beerdigungen, „kaum durchsetzbar“. Aus diesen Gründen sehe die Stadt von einem Fußgängerüberweg und einer Querungshilfe ab.

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