Konzert Ulmer Chorknaben beschenken Zuhörer

Ein festliches Adventskonzert mit alten und zeitgenössisch arrangierten Liedern ließen die Ulmer St. Georgs-Chorknaben in der Stadtpfarrkirche St. Blasius hören.
Ein festliches Adventskonzert mit alten und zeitgenössisch arrangierten Liedern ließen die Ulmer St. Georgs-Chorknaben in der Stadtpfarrkirche St. Blasius hören. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 03.12.2018
Die Ulmer St. Georgs-Chorknaben haben  den Gästen in St. Blasius in Ehingen die Besinnung auf Weihnachten ermöglicht.

Gaudete! Gaudete!“ „Freut euch, freut euch“, sangen die Ulmer St. Georgs-Chorknaben in der Stadtpfarrkirche St. Blasius und verwiesen damit aufs kommende Weihnachtsfest mit der Ankunft des Christuskinds. In der gut besuchten Kirche schenkten die Knaben und die erwachsenen Sänger dem Publikum eine adventliche Stunde, in der man sich auf den eigentlichen Sinn der Vorweihnachtszeit besinnen konnte; alle anstehenden Erledigungen und jede hektische Beschäftigung durften draußen vor der Kirchentüre bleiben.

Stadtpfarrer Harald Gehrig begrüßte den Chor und gab einen kurzen Überblick über die Aktivitäten der Ulmer Chorknaben. Für die Jungs ist das Jubiläumsfest anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens nicht einmal zwei Monate her. Auch die Konzertreise nach Hongkong im Februar gehörte zu den besonderen Ereignissen. Vielleicht ist auch deshalb der Advent in diesem Jahr  so schnell gekommen.

Kanon folgt „Wachet auf“

So drückte es jedenfalls Chorleiter Thomas Stang aus und kündigte an, das „Ave verum“ von William Byrd zu ersetzen. Der Chor begann sein Konzert mit dem bekannten „Wachet auf“ von Johann Sebastian Bach und schwenkte dann zu dem Kanon „Dixit Maria“ von Hans Leo Hassler über. Die meisten Jungs folgten aufmerksam dem Dirigat ihres Chorleiters. Nur die Jüngsten schienen manchmal nicht zu wissen, wo sie gerade hinschauen sollen oder sie vergaßen schlichtweg mitzusingen.

Für die Konzertbesucher war es eine besondere Freude, diese kleinen Nachwuchssänger, die vermutlich gerade erst das Lesen gelernt haben, zu beobachten. Worte wie „herzig“ oder „so niedlich“ tuschelten sich die Zuhörer in den Kirchenbankreihen zu. Die älteren Knaben und vor allem die erwachsenen Sänger gingen die Psalmvertonungen und Kirchenlieder mit dem gebotenen Ernst an. Von Orlando di Lasso hörte man das erbarmungsvolle „Miserere mei“. Mit „O Heiland reiß die Himmel auf“ in der Bearbeitung von Adolf Lohmann kam ein bekanntes Weihnachtslied.

Bei einigen Liedern fiel auf, dass die Reihen der hohen Knabenstimmen etwas ausgedünnt sind und manche Jungs deshalb doppelt bemüht sind, ihr Bestes zu geben. Inbrünstig und mit Empathie trugen die Jungs das „ubi caritas et amor“ von Ola Gjeilo vor. Für die Orgelbegleitung ging der Chor geschlossen auf die Empore und ließ zwei „Ave verum“ aus zwei verschiedenen Epochen hören. Man konnte gut Edward Elgars Komposition mit Wolfgang Amadeus Mozart vergleichen.

Mit dem Song „Nobody knows the trouble I‘ve seen“ im Arrangement von Ruth Elaine Schram wagte sich der Chor auf das Terrain der amerikanischen Gospels und Spirituals. Ein modernes Lied, das Trost spendet, sang der Chor mit „Do not be afraid“ von Philip Stopford.

Viel schöner als im Kaufhaus

Die Mischung aus englischen Titeln und bekannten deutschen Liedern wie „Von guten Mächten treu und still umgeben“ oder „Tochter Zion“ kam beim Publikum gut an und machte wieder einmal klar, wie schön manche Weihnachtslieder sind, wenn man sie nicht im Kaufhaus hört. Die Zuhörer gingen reich beschenkt und stimmungsvoll eingestimmt nach Hause.

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