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Mit einer letzten Vernissage auf dem Obermarchtaler Petrushof verabschiedete sich Galeristin Maria Faulhammer-Wiedemann (Mitte), hier im Gespräch mit einer Besucherin vor einer Skulptur des New Yorker Künstlers Chris Duncan.
Mit einer letzten Vernissage auf dem Obermarchtaler Petrushof verabschiedete sich Galeristin Maria Faulhammer-Wiedemann (Mitte), hier im Gespräch mit einer Besucherin vor einer Skulptur des New Yorker Künstlers Chris Duncan. © Foto: Anne Hagenmeyer
Obermarchtal / Anne Hagenmeyer 04.09.2018

Mit „Heute wollen wir die Sache rund machen“ hat Galeristin Maria Faulhammer-Wiedemann ihre Gäste begrüßt, die am Sonntagmorgen zahlreich zur letzten Vernissage in die Galerie Petrushof nach Obermarchtal gekommen waren.

Zur „Abrundung“ ihrer Galeristen-Tätigkeit kam der Künstler, mit dem Maria Faulhammer-Wiedemann nach dem Tode ihres Mannes Wofgang Faulhammer im Jahr 2013 einen Neuanfang in punkto Ausstellungen gewagt hatte: Chris Duncan, Künstler aus New York, fand den Weg nach Oberschwaben über ein Austauschforum, das Künstler aus Salem am Bodensee mit dem Salem bei New York verbindet. Im Sommer arbeiten die Künstler im Internat Salem, in Salem/USA finden sie eine Farm vor, die zum Atelier umgebaut wurde.

Chris Duncan verbrachte diesen Sommer am Bodensee und arbeitet die letzten Tage auf dem Pet­rushof, wo er Pappen geschnitten, gerissen und neu zusammengefaltet und sie mit buntem Acryllack übermalt hat. Seine abstrakten Figuren entspringen einem einzigen Punkt, an dem sie aufgestellt sind, und wirken wie energiesprühende Derwische, als wollten sie dazu beitragen, „die Sache rund zu machen“.

Aus dem Kreis der sich begegnenden Künstler zwischen den beiden Salem kam auch der Lyriker Jürgen Weing aus Kißlegg, der bei der Vernissage einen satirischen Text über seine Begegnung mit Chris Duncan in einer New Yorker Galerie vortrug.

Aufbruchstimmung

Maria Faulhammer-Wiedemann ließ noch einmal die Geschichte der Galerie im Petrushof Revue passieren, sprach allen Unterstützern ihren Dank aus. Und obwohl sie an der einen oder anderen Stelle ihre Wehmut nicht ganz verbergen konnte, ist ihr eine freudige Aufbruchstimmung in ein Leben außerhalb des Petrus­hofes anzumerken.

Für ihr Publikum habe sie, zusammen mit dem Künstler, eine so moderate Preisgestaltung für die Bilder und Figuren vorgenommen, dass diese als ein Geschenk für ihre Gäste zu verstehen sei. Bis zum 30. September ist die Ausstellung noch an den vier kommenden Sonntagen zu sehen. Dann wird mit einer Finnissage die Galerie geschlossen.

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