Als aktives Mitglied der DRK-Ortsgruppe Oberdischingen hat Eva Pfeuffer bisher einen großen Teil ihrer Freizeit für den Dienst am Nächsten investiert. Bereits 2008 ist sie in das Jugendrotkreuz eingetreten, seitdem unterstützt die junge Frau mit Leidenschaft und viel Menschenliebe die Hilfsorganisation. Nun ist sie selbst schwer erkrankt – an einer schweren erworbenen aplastischen Anämie. Die seltene und gefährliche Krankheit tritt auf, wenn im Knochenmark die Zellproduktion vermindert ist oder komplett fehlt. Aus einer aplastischen Anämie, die noch nicht als Krebs eingestuft wird, kann sich eine chronische oder akute Leukämie entwickeln. Ohne Einleitung einer spezifischen Therapie führt auch die Krankheit bei vielen Patienten zum Tod.

Durch Zufall entdeckt

Aber daran will Eva Pfeuffer nicht denken. Noch ist die 20-Jährige zuversichtlich, dass sie geheilt werden kann. „Ich möchte ja meinen Berufstraum verwirklichen und Kinderkrankenschwester werden. Und unsere örtliche Rot-Kreuz-Gruppe will ich nicht im Stich lassen“, sagt sie. Zumal sie sich nach eigenen Worten gesundheitlich noch recht wohl fühlt. Wohl auch deshalb ist die schwere Erkrankung vor zwei Monaten eher durch Zufall erkannt worden. Denn sie hat sich nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung zur Krankenpflegehelferin im Blaubeurer Krankenhaus bei der Universitätsklinik in Ulm beworben. Die Zusage für die neue Arbeitsstelle erfolgte im März. Bei der obligatorischen Einstellungsuntersuchung wurde festgestellt, dass etwas mit ihrem Blut nicht in Ordnung ist. Weitere Bluttests folgten und schließlich auch eine Punktion des Knochenmarks.

Die niederschmetternde Diagnose wurde ihr am 30. April mitgeteilt. „Ich war richtig perplex, weil ich mich eigentlich nicht krank gefühlt habe. Als mir der Arzt den Befund mit der Schwere der Erkrankung erläuterte, hatte ich schon Angst“, erinnert sich Eva Pfeuffer. Am schlimmsten war der jungen Frau aber, dass sie die neue Stelle in der Uni nicht antreten konnte, weil jede Belastung die Erkrankung verschlimmern könnte. Als Therapie kamen eine medikamentöse Behandlung und die Stammzellenübertragung in Frage. Wobei laut ihrem Arzt die Knochenmarkspende erst zweitrangig im Raum steht, weil diese weit risikoreicher verläuft. Zumal es bei Eva Pfeuffer keinen Geschwisterspender, sprich genetischen Zwilling, gibt. Plan A ist nun, wie die 20-Jährige berichtet, eine immunsuppressive Therapie, eine Behandlung mit Medikamenten, welche die Funktion des Immunsystems beeinflussen. Ein passender Impfstoff wird in den USA hergestellt. „Wenn das Medikament in den nächsten sechs Monaten nicht anschlägt, gibt es keine Alternative zur Stammzellenübertragung“, sagt sie.

Auch Hilfe für andere

Das hat den DRK-Ortsverein Oberdischingen dazu veranlasst, am 21. Juli unter dem Motto „Eva braucht Eure Unterstützung“ mit der DKMS (Deutsche Stammzellenspenderdatei) in der örtlichen Turn- und Festhalle eine Typisierungsaktion durchzuführen. „Jetzt haben wir noch Zeit, eine Spende für Eva zu finden, sollte sie die Knochenmarkspende benötigen. Und die Registrierungsaktion hilft ja vielleicht auch anderen Menschen“, sagt Ramona Dopfer. Die DRK-Bereitschaftsleiterin und Jugendrotkreuzleiterin Judith Volk sind erschüttert, dass ihre Vereinskameradin so erkrankt ist. „Wenn man jemanden gut kennt, bekommt so ein Schicksal ein Gesicht“, sagt Dopfer.

Info: Am Sonntag, 21. Juli, 13 bis 17 Uhr, findet die Typisierungsaktion in der Halle Oberdischingen statt. Jede gesunde Person von 18 bis 60 Jahren kann Spender sein.