Ehingen Typische Weihnachtsgewürze haben mehr Qualitäten

Weihnachten ist mit Riechen verbunden, verdeutlichte Sabine Ehrenfeld beim Frauenfrühstück.
Weihnachten ist mit Riechen verbunden, verdeutlichte Sabine Ehrenfeld beim Frauenfrühstück. © Foto: Christina Kirsch
CHRISTINA KIRSCH 05.12.2012
Weihnachtsgewürze gehören zu den Aphrodisiaka. So dürfte es rund um das Fest eigentlich nur gute Laune und viel Liebe geben. Das erklärte die Heilpraktikerin Sabine Ehrenfeld beim Frauenfrühstück.

Kaum ein Fest ist so sehr mit dem Riechen verbunden wie Weihnachten. Es duftet nach Glühwein, Lebkuchen und Gewürzen, die den Winter gemütlich machen und aufhellen. "Weihnachtsgewürze wie Muskat, Nelken und Kardamom gehören zu den intensivsten Gewürzen", meinte die Munderkinger Heilpraktikerin Sabine Ehrenfeld gestern beim Frauenfrühstück im Franziskanerkloster vor rund 60 interessierten Weihnachtsbäckerinnen. Zudem habe sich der Geruchssinn in der Menschheitsgeschichte noch vor den Augen und Ohren entwickelt, erklärte sie. In Redensarten wird das noch deutlich. Man kann jemanden nicht riechen oder hat von etwas die Nase voll.

Die typischen Weihnachtsgewürze haben aber außer ihrem guten Duft noch andere Qualitäten. Muskat berauscht, wenn man ihn reibt und inhaliert. "Vier gemahlene Nüsse machen Sie fit", versprach Sabine Ehrenfeld. Der Muntermacher kann bei hoher Dosierung zu Halluzinationen und schlaflosen Nächten führen. Hildegard von Bingen hat in ihren Nervenkeksen, die stärkend wirken sollen, 45 Gramm Muskatnuss auf ein Kilo Dinkelmehl berechnet. Auch Sabine Ehrenfeld backt diese Kekse, die jedoch nicht als Nascherei, sondern als Heilmittel angesehen werden sollten. Weniger rauschhaft als anregend wirke der Zimt, meinte die Referentin. Ähnlich wie der Meerrettich wirke Zimt positiv und antibakteriell auf die Nebenhöhlen und senke zudem den Blutzuckerspiegel. Zimt ist so gesund, dass man ihn viel öfter essen sollte. Auf Desserts oder als Zimtbrot sei er ideal.

Eine keimtötende und desinfizierende Wirkung schreibt die Literatur auch der Nelke zu. An Weihnachten erzeugen mit Nelken gespickte Orangen, die man an die Lampe hängt, einen angenehmen Raumduft.

Sabine Ehrenfeld hatte mehr als 20 Gläser mit Gewürzen mitgebracht, an denen die Damen schnuppern durften und oftmals rätselten. Kakaobohnen kannten die meisten ebenso wenig wie Galgant, der aus China kommt und zu den Ingwergewächsen zählt. Das Pulver kann statt Muskat verwendet werden und wirkt verdauungsfördernd. Die Mehrzahl der Weihnachtsgewürze wirkt auf Magen und Darm wohltuend. Elisabeth Ehrenfeld zählt in dieser Kategorie Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander zu den Gewürzen, die Magen-Darm-Krämpfe lindern können. In gleichen Teilen gemischt ergeben die Vier den "Vier-Winde-Tee", dessen Namen schon alles sagt. Wenn die Weihnachtsgans die Verdauung belastet, muss es also nicht immer das Schnäpsle sein. Die "Vier-Winde-Gewürze" zermörsert kalt ansetzen und dann zehn Minuten köcheln lassen, ergeben einen guten Tee, der Bauch und Eingeweide wieder beruhigt.

Die meisten Frauen hatten eigene Erfahrungen und Rezepte für Weihnachtsgewürze, so dass der Vormittag ein unterhaltsamer und lehrreicher Exkurs in die Welt der Gewürze war.