Munderkingen Trommgesellenzunft Sieben Schwaben spielen zur Fasnetszeit

Sind fit genug: Jan Rieger, Stefan Bloching, Sven Kuhnert und Sebastian Morgenstern (von links).
Sind fit genug: Jan Rieger, Stefan Bloching, Sven Kuhnert und Sebastian Morgenstern (von links). © Foto: Ingeborg Burkhardt
Munderkingen / INGEBORG BURKHARDT 29.01.2014
In Munderkingen spielen die Sieben Schwaben seit den 20er Jahren zur Fasnetszeit eine wichtige Rolle. Heuer schmücken die wackeren Männer samt Hase Faltblatt und Plakette der Trommgesellenzunft.

Viele Vereine haben Nachwuchsmangel. Bei der Gruppe der Sieben Schwaben der Trommgesellenzunft Munderkingen gibt es den nicht, denn ein Teil wird nach guter alter Sitte von der Feuerwehr gestellt. Bei Umzügen im Städtle am Fasnetssonntag und am Fasnetsdienstag in Ehingen sowie bei Treffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) begeistern sie mit akrobatischen Aktionen die Zuschauer. Was den Betrachtern Spaß macht, ist Schwerstarbeit für Stefan Bloching, Ilhami Berber, Sven Kuhnert, Kai Breymaier, Sebastian und Christoph Morgenstern, Florian Mayer und Manuel Berko, die die Sieben Schwaben mimen. Die Sicherheit stehe an erster Stelle, und deshalb gebe es "Alkohol erst nach dem Umzug".

Dass es genau sieben Schwaben im Umzug sind, die tölpelhaft ein Ungeheuer jagen, das sich am Ende als Hase herausstellt, da passen die Zuschauer auf. "Sie zählen immer nach" berichten die Aktiven. Deshalb hätten sie auch den "achten Mann" als Ersatz, falls einer krank ist oder aus anderen Gründen nicht kann. Die sieben 21- bis 27-Jährigen jagen beim närrischen Treiben stets dem 13-jährigen Jan Rieger nach, der seit drei Jahren im Hasen-Häs voranmarschiert und das sagenhafte Ungeheuer, "im Munderkinger Fall den Bär", mimt.

Damit die "tapferen Schwaben" ihn in der Menge ausmachen können, sind sie ausgerüstet mit einem 4,5 Meter hohen Spieß und tragen ein Schutzschild mit. Den Spieß haben der "Oberstaufer" Stefan Bloching, die "Riesenschwaben" Ilhami Berber und Christoph Morgenstern (sie teilen sich die Rolle) , der "Riedlinger" Franz Mayer, der "Illertaler" Manuel Berko, der "Allgäuer" Kai Breymaier, der "Biberacher" Sebastian Morgenstern und der "Bodenseer" Sven Kuhnert 2013 gegen einen Neuen ersetzt. Er wurde zum Schutz gegen Nässe gut lackiert und am unteren Ende mit einem Stück Reifen rutschsicher gemacht. Damit die lange Requisite besser zu transportieren ist, ist der dicke Mast halbiert und wird mit einem Metallgewinde zusammengeschraubt. "Jetzt hält der uns aus", sagen die acht "Sieben Schwaben", die ihren Spaß bei närrischen Auftritten haben und stolz sind, dass sie die einzigen "Sieben Schwaben" in der VSAN sind. Sie wissen aber auch, dass "so um die Dreißig der Spaß aufhört". Es koste einfach viel Kraft, weil man sich immer wieder fallen lassen muss. Beim Häsle sei die "Amtszeit" sowieso begrenzt. Bloching: "Die Trommgesellenzunft hat zwar zwei Kinderkostüme, und der Jan macht seine Sache gut. Mit der Zeit wird ihm aber die Maske zu klein sein. Er wird sicher schnell einen jüngeren Nachfolger finden."

Noch denken die "Sieben Schwaben" aber nicht ans Aufhören. Sie sind ein eingespieltes Team, und Sebastian Morgenstern ist der "Steiger". Die anderen sichern unten den Spieß mit ihren Beinen. Nur wenn kein Wind weht, rufe oben der "Ausgucker" freihändig "Narro Hee". Bei großen Löchern im Umzug klettere er manchmal zu den Zuschauern im ersten Stock. Ausgebremst werden die "Sieben Schwaben" in ihrem Tatendrang nur, wenn Splitt gestreut ist. "Dann wäre es einfach zu gefährlich", sagen sie.

Dass sich die beiden Aktionsgruppen der Trommgesellenzunft nicht gegenseitig die Schau stehlen, dafür sorgen die Umzugsorganisatoren. Sie setzten entweder die Belagerungsgruppe mit ihren Kanonen und dem Mostfass an den Anfang und die Schwaben-Gruppe ans andere Ende oder umgekehrt. "Und wenn der Umzug vorbei ist, bekommen wir von der Belagerung auch noch Most" sagen die Tapferen Kämpfer.

Sieben Schwaben, die ursprünglich neun waren