Musik Country & Bluegrass-Nacht: Traditionals und Tanz

Ehingen / Christina Kirsch 16.04.2018
Eine bunte Mischung an amerikanisch inspiriertem Folk bot die 22. Country & Bluegrass-Nacht in der Ehinger Lindenhalle.

Mit einem „local girl“ hat die  Country- & Bluegrass-Nacht in der voll besetzten Lindenhalle begonnen. So bezeichnete Moderator und Country-Musik-Fachmann Friedrich Hog die Sängerin Anna Kneer aus Hausen ob Urspring. Die junge Frau begleitete sich selber an der Gitarre und sang unter anderem den 1973 erschienenen Titel „Jolene“, mit dem die Country-Sängerin Dolly Parton berühmt wurde.

Danach trat die Band „Gathering Time“ aus Long Island, New York, auf, zu der die Sängerin Mara Levine stieß. Sie und die andere Sängerin Hillary Foxsong waren jedoch dermaßen erkältet, dass sie fast nicht singen konnten. So mussten die Musiker dieses Manko so gut es ging überspielen, die Sängerinnen stimmten auch ihre Lieder auf die verminderte Stimmleistung ab. Die Folkband brachte Songs, die an Peter, Paul & Mary erinnerten. Neben der alten Folk-Musik kamen auch rockigere Sounds im Stil von Crosby, Stills & Nash.

Nach Irland nun Amerika

Man habe nach dem Irish Folk des vorigen Jahres diesmal auf American Folk gesetzt, erklärte Hog, der die Bands jeweils ankündigte und erklärende Erläuterungen gab. Das Publikum hörte „This land is your land“ von Woody Guthrie und als Zugabe „Blackbird“ von Paul McCartney.

In der Konzertpause traten die „Virginia Line Dancer“ aus Ravensburg auf und präsentierten eine perfekte Choreographie. „Der älteste Tänzer ist 80 Jahre alt und der beste Beweis dafür, dass Tanzen gesund erhält“, kündigte einer der Tänzer an. Drei Paare in zünftiger Cowboy- und Cowgirl-Kleidung legten eine flotte Stiefel-Sohle auf die Bühne. Hog und Peter Wroblewski, Präsident der Country-Friends Kötz, baten in der Umbaupause auch Roswitha Schrode von der Volkshochschule auf die Bühne. Sie habe von Anfang an die Country-Nacht anlässlich des St. Patrick‘s Day mit viel Engagement begleitet, lobte Hog und überreichte eine Topfpflanze, in die noch allerlei anderes eingewachsen war.

Mit John Arthur Martinez und seiner Band „Tejas“ aus Mexiko nahm der Abend ordentlich Fahrt auf. Der musikalische Mix aus Texas Honky Tonk, Country, Texas Swing und Blues ging den Besuchern schon beim ersten Lied in die Beine und die Tanzfläche vor der Bühne füllte sich zusehends. Aufgewachsen im texanischen Hill Country, gehörten für Martinez Mariachi-Balladen in der typischen Musikformation zum Alltag. Noch als Minderjähriger hatte der Ausnahmekünstler damals angesagte Country-Bands gesehen und wuchs von Musik umgeben auf. Der Vater war Schlagzeuger, die Mutter ein großer Hank-Williams-Fan. In Ehingen brachte der Musiker zusammen mit seinen kongenialen Kollegen an der Lead-Gitarre und am Bass balladeske Songs, aber auch rassigen Texmex. Dazu schwang das Publikum die kleinen amerikanischen Flaggen auf den Tischen und bis Mitternacht auch die Tanzbeine.

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