Tourismus Tourismus: Landkreis setzt auf Natur und Eiszeitkunst

Die Schönheiten der Alb - hier zwischen Dächingen und Granheim - sollen mehr Besucher anlocken. Der Tourismusverband setzt dabei auch auf das Alleinstellungsmerkmal Eiszeitkunst.
Die Schönheiten der Alb - hier zwischen Dächingen und Granheim - sollen mehr Besucher anlocken. Der Tourismusverband setzt dabei auch auf das Alleinstellungsmerkmal Eiszeitkunst. © Foto: Andreas Hacker
Alb-Donau-Kreis / JOACHIM STRIEBEL 15.10.2013
Der Alb-Donau-Kreis will unter einer gemeinsamen Dachmarke für die Eiszeitfunde werben. Das hat Landrat Heinz Seiffert im Kreistag angekündigt. Angestrebt wird die Zertifizierung von Rad- und Wanderwegen.

Mit einer Reihe von Anträgen hatten die vier Kreistagsfraktionen schon im vergangenen Jahr von der Kreisverwaltung eine Verbesserung der Tourismusarbeit gefordert. Jetzt hat das Landratsamt darauf reagiert - mit einem umfangreichen Bericht zur bisherigen Arbeit und zur künftigen Ausrichtung der Tourismusförderung. Zudem hat der stellvertretende Landrat Heiner Scheffold gestern dem Kreistag von einer internen Änderung berichtet: Die Tourismus- und Wirtschaftsförderung mit ihren 2,7 Stellen wird künftig nicht mehr als Stabsstelle beim Landrat geführt, sondern in den neu gegründeten Fachdienst "Ländlicher Raum, Kreisentwicklung" integriert. Das bedeute eine Aufwertung, weil andere Mitarbeiter des Fachdienstes der Tourismusförderung zuarbeiten könnten, und weil sich der neue Fachdienstleiter Wolfgang Koller ebenfalls mit dem Thema beschäftigen wolle, sagte Scheffold.

Der stellvertretende Landrat, zu dessen Dezernat der Fachdienst "Ländlicher Raum, Kreisentwicklung" gehört, stellte die Vernetzung der Tourismusförderung dar. Sie arbeitet mit im Geopark Schwäbische Alb, bei der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Donau, im Biosphärengebiet Schwäbische Alb und im Tourismusverband Schwäbische Alb. Der Alb-Donau-Kreis profitiere von deren Werbung für die Destination, also den geographischen Raum, Schwäbische Alb. Nicht einverstanden erklärt habe sich der Alb-Donau-Kreis jüngst mit der Absicht des Tourismusverbands Schwäbische Alb, in seinen Außendarstellungen, etwa Broschüren, Städte und Gemeinden nicht mehr auftauchen zu lassen, sagte Scheffold.

Auch wolle der Verband die Mitglieds-Kreise geografisch den drei verschiedenen Erlebniswelten Albtrauf, Donau-Zollern und Welt-Kultur-Reich zuordnen. Das komme für den Alb-Donau-Kreis nicht in Frage, sagte Scheffold, "denn wir sind in jeder Erlebniswelt drin".

Der Kreis selbst müsse vor allem mit dem Radfahren, dem Wandern, dem Natur-Tourismus und der Eiszeitkunst werben, sagte Scheffold. Und zwar mit qualitätsvollen Angeboten. So werde für drei Wanderwege und für zwei bis drei Radwege eine Zertifizierung angestrebt. Gedacht ist an den Iller-Radweg und an den Donau-Radweg. In Sachen Natur-Tourismus will das Landratsamt nicht nur mit Höhlen, Quellen, Wacholderheiden und Felsformationen punkten, sondern auch Angebote entwickeln entlang der Wege - gemeinsam mit Gemeinden, dem Bauernverband und Gastronomen.

Mit der Eiszeitkunst habe die Region "ein Alleinstellungsmerkmal, das noch viele Chancen bietet", sagte Landrat Heinz Seiffert. Der Alb-Donau-Kreis sei gefordert, eine Dachmarke für die Angebote vom Achtal übers Blautal bis zum Lonetal zu entwickeln. Ziel sei die gemeinsame Vermarktung, sagte Seiffert. "Damit muss man sich dann auch mal in Brüssel zeigen", unterstrich er die Bedeutung der Funde. Seiffert lobte die gut funktionierende Zusammenarbeit der Akteure vor Ort, namentlich der Blaubeurer Gesellschaft für Urgeschichte (GfU) und der Museumsgesellschaft Schelklingen.