Besichtigung Tonnenbeschränkung soll bleiben

Armin Harteker vom Regierungspräsidium Tübingen, Bürgermeister Karl Hauler (Rottenacker), Bürgermeister Michael Lohner (Munderkingen), Bürgermeister Paul Burger (Emerkingen) und Markus Mussotter von der Munderkinger Verwaltungsgemeinschaft (von links) diskutieren mit Regierungspräsident Klaus Tappeser (Mitte, mit Unterlagen in der Hand).
Armin Harteker vom Regierungspräsidium Tübingen, Bürgermeister Karl Hauler (Rottenacker), Bürgermeister Michael Lohner (Munderkingen), Bürgermeister Paul Burger (Emerkingen) und Markus Mussotter von der Munderkinger Verwaltungsgemeinschaft (von links) diskutieren mit Regierungspräsident Klaus Tappeser (Mitte, mit Unterlagen in der Hand). © Foto: Christina Kirsch
Rottenacker / Christina Kirsch 03.08.2018

Vergangenes Jahr war die Freude groß, als den Gemeinden Rottenacker, Munderkingen und Emerkingen eine Zuwendung von 900 000 Euro aus dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz für den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Rottenacker und Emerkingen zugesagt wurde. Doch der Teufel steckt wie immer auch dort im Detail. Das Geld fließt nur, wenn die Straße ohne Tonnenbeschränkung ausgebaut wird. „Es gibt Standards, die erfüllt werden müssen, wenn gefördert werden soll“, machte gestern Nachmittag Regierungspräsident Klaus Tappeser vom Regierungsbezirk Tübingen bei einem Vor-Ort-Termin deutlich. Die Kosten für den Ausbau sind auf etwa 2,5 Millionen Euro angesetzt.

„Wir denken in Netzen und Straßennetzen“, erklärte Klaus Trappeser gegenüber den Bürgermeistern Paul Burger (Emerkingen), Dr. Michael Lohner (Munderkingen) und Karl Hauler (Rottenacker). Im Klartext hieß das, dass es keine 900 000 Euro gibt, wenn die Gemeinden auf die Tonnenbeschränkung bestehen. „Wir wollen nicht, dass auf dieser Gemeindeverbindungsstraße Lkw aneinander vorbeifahren“, erläuterte Karl Hauler. „Und wir sind an Recht und Gesetz gebunden“, argumentierte der Regierungspräsident dagegen. Wenn ein Mitarbeiter eine solche Förderung unterschreibe, begehe er Rechtsbruch.

Bei dem Termin an der Stehenbachbrücke rangen die Bürgermeister um eine Lösung, die der Behörde und der Bevölkerung entgegenkommt. Wenn man den gegenwärtigen Standard mit einer Beschränkung auf sechs Tonnen halten wolle, könne man die Straße auch billiger bauen, erläuterte Klaus Tappeser.

Für den Neubau der Brücke über den Stehenbach gab es keine endgültige Lösung, aber einige Vorschläge. Bürgermeister Karl Hauler solle die Brücke für das Brückensanierungsprogramm anmelden, schlug Trappeser vor. An der Brücke sei eine höhere Tonnage immer zu rechtfertigen, meint der Regierungspräsident. Denn auch die landwirtschaftlichen Maschinen werden immer schwerer. Die Zufahrt zur Brücke dürfe dann bei der Beschränkung auf sechs Tonnen mit einer Ausnahmeregelung für landwirtschaftliche Maschinen bleiben. Bürgermeister Lohner warf ein, dass er für die Sanierung der Donaubrücke Gelder aus dem Ausgleichstock bekommen habe.

Den Charakter erhalten

Den Bürgermeistern war es wichtig, den Charakter der Straße als Gemeindeverbindungsstraße zu erhalten, obwohl dort täglich 1200 Fahrzeuge entlang fahren. Pendler aus dem Kreis Biberach und aus Ehingen benutzen den Verkehrsweg, über den auch Menschen aus den Bussen-Dörfern nach Rottenacker herein kommen. Bereits 2012 waren erste Förderanträge für die marode Straße und die Stehenbach-Brücke auf Gemarkung Rottenacker gestellt worden. 2016 gab es Termine mit dem Regierungspräsidium, 2017 die Zusage auf die Fördergelder, die allerdings an den Ausbau bis auf sechs Meter gekoppelt war. Die Straße ist derzeit 4,80 bis 5,20 Meter breit, an den Seitenstreifen reihen sich die Schlaglöcher aneinander.

Klaus Trappeser sagte immerhin zu, die Finanzlage der Gemeinden hinsichtlich Geldern aus dem Ausgleichstock zu prüfen.

Im Hinblick auf den Landtagsabgeordneten Manuel Hagel, der an dem Termin nicht teilnehmen konnte, weil er mit seiner Frau im Kreißsaal war, wurde der Beamte humorig. „Wenn es Zwillinge werden, machen wir die große Lösung“, bemerkte er launig. „Hoffentlich dauert es nicht so lange, bis die Familie Hagel drei Kinder hat“, war die Antwort.

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