Bevor irgendein Kleidungsstück im Modehaus Hofmann auf dem Kleiderständer hängt, haben sich schon jede Menge Profis dazu Gedanken gemacht und Zahlen gewälzt. Das machte Referent Kai Naethke von Hofmann gestern Vormittag beim Frauenfrühstück im Franziskanerkloster deutlich. „Wir fragen uns ein Jahr im Voraus, was wir uns in der kommenden Saison zu verkaufen trauen“, bekannte der Marketing-Chef der beiden Hofmann-Häuser in Laupheim und Ehingen.

Schon im Sommer 2018 wurde der Trend für den Sommer 2019 gesichtet und die Kollektion vorbereitet. Dafür arbeitet das Modehaus mit einer Trendagentur zusammen und Claudia Preberg, die gestern Fragen beantwortete, besucht mehrere Modemessen. Parallel dazu studiert das Modehaus die Umsatzergebnisse der einzelnen Marken, bezieht Zahlen der Warenwirtschaftsagenturen mit ein und legt die Budgets für die Warengruppen und Lieferanten fest. Die Werbemaßnahmen werden geplant und in den Zentralen in München und Sindelfingen die Bestellungen aufgegeben. „Unsere Artikelauswahl erfolgt immer mit den Augen unserer Kunden“, berichteten die Gäste.

Damen beim Frauenfrühstück wollen nicht jeder Mode folgen

Dass die Frauenfrühstücks-Damen möglicherweise einen anderen Blickwinkel haben als die Kundinnen des Modehauses, zeigte sich in den Kommentaren zu einem Videoclip, in dem die neueste Mode vorgestellt wurde. So sei es modisch, in der Sommersaison mit Kleidungsstücken, auf denen „Schriftzüge an allen erdenklichen Körperteilen“ prangen, durch die Stadt zu flanieren. Der als „Logomania“ bezeichneten Schriftwerbung wollten die Frauen nicht unbedingt folgen und den Blazer zur Radlerhose empfanden sie als wenig schmeichelnd für die Figur ab 60. Auch das lässige „Pyjama – Feeling“ in weiten Hosen und Oberteilen verbannten die Damen mit einem Lächeln ins Schlafzimmer.

Das Modehaus Hofmann führt in seiner rund 300 Quadratmeter großen Damenabteilung Kleidung bis Größe 46 und bedient die Herren auf 350 Quadratmetern. Gerade die etwas fülligeren Damen seien die dankbarste Kundschaft, meinte Claudia Preberg. Die Laupheimer Filiale wurde vor wenigen Jahren erweitert und ist wesentlich größer. Das Haus beschäftigt ein sechsköpfiges Orderteam, das von Lieferant zu Lieferant unterwegs ist.

Personal wird geschult

Zudem werde das Verkaufspersonal aufwendig und akribisch ausgebildet. „Wir coachen unsere Verkäufer“, sagte Naethke. In verschiedenen Teams kleiden die Verkäuferinnen Models ein und müssen ihre Auswahl begründen. Zudem wird jedes Kleidungsstück und Accessoire fotografiert und mit allen Daten festgehalten. Die Fotoshootings für die Prospekte macht Hofmann im eigenen Haus in Laupheim.

Über die kommende Sommermode informierten sich die 62 Damen des Frauenfrühstücks im aktuellen Prospekt. Wer jetzt modisch gekleidet sein will, trägt die Farbe Gelb. Zu Gelb lassen sich sehr gut so genannte „Candy Colours“, also Bonbonfarben, kombinieren. Gelb und Rosa, Rot und Orange sind angesagt. Hemdblusen können als Kleid getragen werden und wer mutig ist, trägt bei Mustern und Farbe dick auf.

Leo-Print mit Mustern

Streifen vertragen sich mit Blumen und der Leo-Print brüllt zusammen mit grafischen Mustern, die an die 60er Jahre erinnern. So genannte „Native Travellers“ kleiden sich in natürliche Materialien wie Leinen und tragen „Animal Prints“ und „African Pop“. Sneakers sind ein Dauerthema zu allen Hosenlängen und Kleidern. Frauen und Männer haben die Wahl zwischen „dad“ sneakers, „chunky“ oder gar „ugly“ sneakers. Die Frauen staunten, dass auch der Makramee-Beutel als Tasche wieder kommt. „Schade, den habe ich erst auf den Sperrmüll“, bedauerte eine.

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