Freizeit Ferienprogramm: Streicheleinheiten für Ziegen

Viel Informatives über Ziegen lernten Mädchen und Jungs am Mittwoch beim CDU-Ferienprogramm in Bockighofen – und reichlich Spaß gab’s noch dazu.
Viel Informatives über Ziegen lernten Mädchen und Jungs am Mittwoch beim CDU-Ferienprogramm in Bockighofen – und reichlich Spaß gab’s noch dazu. © Foto: Emmenlauer
Bockighofen / Renate Emmenlauer 17.08.2018
14 Kinder durften beim CDU-Ferienprogramm in Bockighofen Ziegenluft pur schnuppern. Sie lernten, wie man Ziegen hütet, zudem auf was man bei den gehörnten Vierbeinern sonst achten muss.

Nähe zueinander und der achtsame Umgang miteinander sind  für die Agrarwissenschaftlerin Anja Kirchner und die Diplom-Geographin Anke Hose das elementare Fundament ihrer Bauernhof-Pädagogik. So stand für die 14 Mädchen und Jungs beim CDU-Ferienprogramm am Mittwoch im idyllischen Garten von Brigitte und Gerhard Pollich am Ortsrand von Bockighofen erst einmal auf dem Programm, einander näher zu kommen.

Gegenseitig kennenlernen

„Wir sprechen ja auch alle unsere Ziegen persönlich mit Namen an. Und wenn wir heute Nachmittag zusammen Ziegen hüten, sollen sich alle von euch mit Namen kennen“, befand Anja Kirchner bei der Kennenlernrunde. Dann wurde jedes der Kinder mit einem Stock ausgerüstet. „Der ist vielfach nutzbar. Man kann sich an ihn gemütlich anlehnen, während die Ziegen grasen, die Tiere aber auch mit dem Stock steuern, damit sie als Herde zusammenzubleiben“, ergänzte Anke Hose.

Auf der Wegstrecke zur Weide der Ziegen erläuterten die versierten Hirtinnen, auf was man alles aufpassen muss. Etwa auf den Pfaffenhütchen-Strauch wegen seiner giftigen Früchte, aber auch auf den Zwetschgenbaum, da Ziegen unersättlich seien, ihnen aber die vielen Zwetschgen nicht gut täten. Kaum 100 Meter weiter kam die Gruppe an einer Wiese mit saftigem Kleegras vorbei und gegenüber an einem Feld, das nur spärlich mit Gras bewachsen war. Letzteres sei erst frisch eingesät, das gegenüber liegende Feld gehöre einem anderen Besitzer, zudem schade zu viel von dem köstlichen Klee auch der Verdauung. „Wir wollen ja gesunde Ziegen“, meinte Anja Kirchner.

Kaum an der Weide angekommen, reckten die Thüringer Waldziegen, eine in Deutschland bedrohte Ziegenrasse, neugierig die Köpfe. Bevor es für die angehenden Ziegenhirten ans Eingemachte ging, forderte Anke Hose die Kinder auf: „Wir rennen nicht, wir verhalten uns ganz ruhig. Das spüren die Ziegen, die ja nicht jeden Tag so viele Leute um sich herum haben.“ Nach anfänglicher Geziertheit und Beschnuppern von beiden Seiten gab es kurz danach schon die ersten Streicheleinheiten. Die Ziegen rieben zutraulich ihre Nasen an den Mädchen und Jungs und wurden im Gegenzug sanft gestreichelt.

Schmankerl für die Vierbeiner

Spannend gestaltete sich der Heimweg – die Ziegenherde muss ja jeden Abend zurück in den Stall. Anja Kirchner und Anke Hose gaben Anweisungen, wie die Kinder mit den Stöcken hantieren mussten, damit die Ziegen nicht ausbüchsen. Das Schmankerl für die gehörnten Vierbeiner: Sie durften sich ein Viertelstündchen am Kleegras laben und sich dazu einige Zwetschgen einverleiben. Fleißig halfen die Kinder noch mit, auf dem Bauernhof den Auslauf zu säubern und die Ziegen vor der Nacht zu füttern.

Als verdienten Lohn gab es für die kleinen und großen Ziegenhirten Fladenbrot und gemeinsam zubereitetem Kräuterquark am Lagerfeuer. Anja Kirchner, die sich mit Leidenschaft der Bauernhof-Pädagogik verschrieben hat und dazu auch Seminare abhält, zeigte sich rundum zufrieden: „Man hat ihr Interesse und die Begeisterung richtig gespürt. Da macht unsere Arbeit doppelt Freude.“

Anja Kirchner und ihre Eltern Brigitte und Gerhard Pollich planen mit Anke Hose mittelfristig eine Milchverarbeitung und Käserei. Weil die Resonanz auf das Ferienprogramm so groß ist, findet es am Mittwoch, 22. August, erneut statt. „Und wir haben dann immer noch Kinder auf der Warteliste. Vielleicht können wir einen dritten Termin auflegen“, meinte die Ferienprogramm-Organisatorin Bärbel Kräutle.

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