Schulen Staffelstab am Gymnasium übergeben

Nach der Feierstunde in der Aula gingen der scheidende Schulleiter Wolfgang Aleker (rechts) und sein Nachfolger Tobis Sahm zum gemütlichen Teil im Atrium über.
Nach der Feierstunde in der Aula gingen der scheidende Schulleiter Wolfgang Aleker (rechts) und sein Nachfolger Tobis Sahm zum gemütlichen Teil im Atrium über. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 21.07.2018

„Ich war versucht, im Personalausweis nachzuschauen, ob das wirklich ich bin, von dem hier gesprochen wurde“, sagte Wolfgang Aleker am Ende der Verabschiedungsfeier in der Aula des Johann-Vanotti-Gymnasiums. Die Lobpreisungen und Ehrungen für den scheidenden Schulleiter waren allgemein und persönlich, detailliert und umfassend, kenntnisreich und von verschiedenen Warten aus gesprochen.

Der stellvertretende Schulleiter Dieter Greulich und Dr. Susanne Pacher vom Regierungspräsidium Tübingen begannen den Reigen der Reden. Die Schulpräsidentin ging auf Alekers Liebe zur Literatur ein. Ganz im Sinne Alekers, der stets betonte, dass ein Pädagoge nie seine Seele verlieren oder verkaufen dürfe, fand Susanne Pacher die passenden Goethe-Zitate.

Meinungs- und willensstark

Auch von Oberbürgermeister Alexander Baumann kam eine Lobrede auf Aleker, in der vom Meistern eines hohen Bildungsanspruchs die Rede war. Zudem habe man mit ihm kontrovers diskutieren können und wer wollte, konnte aus den Attributen „meinungsstarke Persönlichkeit“ und „Willensstärke“ auch eine gewisse Sturheit herauslesen.

An Tobias Sahm gewandt, freute sich Baumann: „Schön, dass Sie kommen und noch schöner, dass Sie da sind“. Sahm kennt die Abläufe in der Schule, was von Vorteil ist, da der Schulleiter zunächst ohne Stellvertreter auskommen muss.

Für seine „klaren Ansagen“, die ihm der geschäftsführende Schulleiter Max Weber bescheinigte, war Aleker bekannt, berühmt oder gefürchtet, je nach Sichtweise. Weber lobte den offenen und fairen Umgang und den Humor Alekers. Zudem habe er die Klaviatur der Öffentlichkeitsarbeit beherrscht wie kein anderer. Baumann und Weber schenkten dem leidenschaftlichen Golfer Aleker Trainerstunden, Golfbälle und gegen den sportlichen Frust auch noch Schokobälle.

Nil Scheppach, Vorsitzende des Elternbeirats, verband ihre Lobesworte mit einer kräftigen Umarmung und Schülersprecherin Sophia Schwetlik attestierte Aleker eine lange Leine im Umgang mit den Schülern. Zu Alekers Ehren wurden eine Sonderausgabe der Schülerzeitung gedruckt und ein amüsantes Abschiedsvideo gedreht, bei dem  Passanten gefragt wurden, welchen Beruf dieser Mann mit dem ausdrucksvollen Haarkranz wohl haben könnte – viele antworteten „Künstler“ oder „Musiker“.

Am Abschied beteiligten sich auch alle Ensembles und Tanzgruppen der Schule. Das sinfonische Orchester füllte die Bühne, die Streicher spielten, man sah Tanzaufführungen und der Chor begleitete die Feier. In seinen Worten zum Abschied berief sich Wolfgang Aleker auf den tragischen Helden Sisyphus, der immer wieder Steine einen Berg hinaufrollt. „Für einen Schulleiter prasseln manchmal mehrere Steine den Berg hinunter und man weiß gar nicht, welchen man zuerst anpacken soll“, sinnierte Aleker. Er habe aber viel Unterstützung bekommen, die er auch seinem Nachfolger wünschte.

Sahm hat Traum von der Schule

Tobias Sahm schaute in seinen „Worten zum Beginn“ nach vorne. Die Schullandschaft verändere sich mit großen Herausforderungen wie der Neugestaltung des Abiturs. Über allem stehe jedoch sein Traum für das JVG. Er wünsche sich das Gymnasium als Schule, die nicht nur ausbildet, sondern auch im besten Sinne auch bildet. „Ein Ort, an dem die Schüler Kenntnisse erwerben, Begabungen und Neigungen entdecken und sie ausleben. Kurzum: zu Menschen werden, die stark und selbstbewusst und mündig durchs Leben gehen“. Eine große Aufgabe.

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