Frauenfrühstück Stadtbrandmeister: Autos explodieren nicht

Stadtbrandmeister Oliver Burget zeigte beim Frauenfrühstück auch, wie man einen Feuerlöscher benutzt.
Stadtbrandmeister Oliver Burget zeigte beim Frauenfrühstück auch, wie man einen Feuerlöscher benutzt. © Foto: Rainer Schäffold
Ehingen / Rainer Schäffold 04.07.2018

„Brennen kann es immer und überall“ – deutliche Worte hat Stadtbrandmeister Oliver Burget gestern als Referent beim VHS-Frauenfrühstück gefunden. Damit aber ein Feuer erst gar nicht entsteht, hatte der 41-Jährige eine Reihe von Tipps und Empfehlungen für die 48 Frauen ins Franziskanerkloster mitgebracht.

Keine brennende Kerze alleine zurücklassen, sicherstellen, dass Asche oder Grillkohle wirklich nicht mehr glühen, das Rauchen im Bett unterlassen – diese Ratschläge leuchteten ein. Manche Menschen vergessen ihre kochenden Speisen auf dem Herd, was zu großen Schäden in der Küche führen kann. Burget verdeutlichte dies mit Fotos von Brandfällen aus Ehingen und Umgebung.

Oftmals seien Elektrogeräte die Brandursache. Der Feuerwehrmann empfahl, nur geprüfte Geräte und solche mit Abschaltautomatik einzusetzen. Wasserkocher und Toaster sollten vom Stromnetz getrennt werden, sobald sie nicht in Gebrauch sind. In vielen Fällen helfe jedoch der „gesunde Menschenverstand“, um ein ungewünschtes Feuer zu vermeiden. So sollte – wie Burget anhand eines Falls zeigte – kein Brennholz direkt neben dem Ofen und kein Unrat um die Heizung herum gelagert werden.

Rauchmelder weckt Schlafende

Burget legte den Frauen Rauchmelder ans Herz. Diese sind seit 2015 Pflicht in jedem Schlafraum und in Fluren, die dorthin führen. Rauchmelder haben die Aufgabe, „Sie zu wecken, wenn Sie schlafen“. Die Annahme vieler Menschen, sie würden ein nächtliches Feuer schon riechen oder der Hund werde sie wecken, sei oft ein Trugschluss. Der Rauch lasse die Menschen immer tiefer schlafen, bis sie schließlich erstickten.

Für den weniger gefährlichen Fall, dass Küchendämpfe einen Rauchmelder zum Piepsen bringen, riet der Feuerwehrmann dazu, für Durchzug zu sorgen und so den Raum zu entlüften. Weniger empfehlenswert hingegen sei es, den Rauchmelder mit einem Besenstiel herunterzuschlagen.

Vernehme man beim abwesenden Nachbarn ein deutliches Rauchmelder-Signal und könne nicht ins Haus gelangen, soll man über 112 die Feuerwehr rufen, sagte Burget. „Wundern Sie sich nicht, wenn dann ein Polizeifahrzeug und vier Feuerwehrautos kommen“. Stellt sich die Sache als Fehlalarm heraus, kommen übrigens keine Kosten auf den Anrufer zu. Burget zeigte auch, wie man einen Feuerlöscher gebraucht. „Stoßweise löschen“, riet er, denn die Flasche sei ziemlich schnell leer.

Zuvor hatte der Stadtbrandmeister auch mit Szenarien aufgeräumt, wie sie oft in Filmen zu sehen sind. „Ein Auto explodiert niemals so wie im Fernsehen. Es brennt einfach.“ „Einen jenseits Schnall“ hingegen können Reifen auslösen, die es bei einem Autobrand zerreißt.

Die frühstückenden Frauen waren offensichtlich angetan vom Referat des Stadtbrandmeisters, waren sehr aufmerksam und stellten Fragen. Die eingangs von Organisatorin Renate Müller-Buck scherzhaft geäußerte Ankündigung, dass am Ende alle aus dem Fenster in ein Netz der Feuerwehr springen müssten, befolgte aber dann doch niemand.

450 Feuerwehrleute in Stadt und Land

Zahlen 19 Abteilungen mit insgesamt 450 Feuerwehrleuten gehören zur Gesamtfeuerwehr Ehingen, sagte Oliver Burget. Sie verfügt im gesamten Stadtgebiet über 25 Fahrzeuge. Die Ehinger Abteilung allein zählt rund 65 Mitglieder, der Nachwuchs ist in fünf Jugendfeuerwehren organisiert. ff

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