Rückblick Spritzige Fuchsjagd am Ehinger Stoffelberg

1993 stimmten Jagdhornbläser die Reiter und Reiterinnen auf die Fuchsjagd ein.
1993 stimmten Jagdhornbläser die Reiter und Reiterinnen auf die Fuchsjagd ein. © Foto: Uwe Haug
Region / Von Corinna Jirmann 11.10.2018

Vor 25 Jahren

Mit dem Um- und Erweitungsbau der Kaufmännischen und Haus- und Landwirtschaftlichen Schule in Ehingen wollte der Landkreis vor 25 Jahren die Schulstadt Ehingen und zugleich den ländlichen Raum aufwerten. Dies versicherte der damalige Landrat Dr. Wolfgang Schürle beim Richtfest des 17,5 Millionen Mark teuren Bauprojekts an der Ehinger Schulgasse. Mit dem Erweiterungsbau werde ein moderner Akzent im Stadtbild gesetzt. Schürle bedauerte jedoch, dass sich das zuständige Landesministerium aus „übergeordneten Gründen“ gegen die Einrichtung eines Wirtschaftsgymnasiums im Erweiterungsbau entschieden habe.

Unbekannte hatten damals in der Region etliche Male über mehrere Tage hinweg, besser gesagt des Nachts, mit einer Schrotflinte aus einem Auto heraus wahllos auf Fenster, Schaufenster, Türen und Verkehrszeichen geschossen. Dabei war im Raum Ehingen, Oberdischingen und Schelklingen erheblichen Sachschaden entstanden, meldete die Polizei. In Oberdischingen beispielsweise war die Scheibe einer Bankfiliale zerschossen worden, in Ehingen war es die Scheibe eines Wartehäuschens an einer Bushaltestelle. Personen seien nicht gefährdet worden. Von den Tätern fehlte noch jede Spur.

Der Ländliche Reit- und Fahrverein Ehingen veranstaltete wetterbedingt eine „spritzige Fuchsjagd“, wie es hieß. Das große Starterfeld von 41 Reitern belegte den guten Ruf der Veranstaltung am Stoffelberg. Jagdhornbläser läuteten den Start ein und los ging es auf die feuchte, 18 Kilometer lange Strecke. Sie bot zehn Hindernisse und führte über den Kohlenberg und Schlechtenfeld vorbei am Kirchener Sportplatz. Zurück ging’s übers Hunger­brünnele zum Stoffelberg. Dort wurde im rasanten Finish der schnellste Reiter und damit der Gewinner des Fuchsschwanzes ermittelt. Diesen durfte bei den Herren Elmar Fideler mit nach Allmendingen nehmen, bei den Damen wurden Nicole Seifert und Bettina Gräter  nach Auswertung des „Zielfotos“ zu Siegerinnen gekürt.

Getrübte Stimmung herrschte beim Begegnungstag der katholischen Kirchengemeinde Allmendingen. Engagierte Ehrenamtliche zeigten sich tief enttäuscht über den Entschluss des Landes, zum Jahresende hin die finanzielle Unterstützung für die Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern ersatzlos zu streichen. Der Landkreis hatte das Geld an die Caritas weitergegeben. Doch nun war der Vertrag zur Betreuung gekündigt worden. Die Stelle von Hannelore Baur, die rund 350 Asylbewerber im Altkreis Ehingen betreut hatte, sollte aufgelöst werden. „Wir sind alle voller Hilflosigkeit“, klagte Pfarrer Anton Büchele. Die Betreuung der Asylbewerber sei weiterhin dringend notwendig.

Vor 50 Jahren

Ein Konjunkturprogramm der Bundesregierung trug auf dem Baumarkt in der Region offenbar erste Früchte, war im Oktober 1968 zu lesen. Von einem neuen „Baufrühling“ war die Rede, nachdem im Vorjahr wegen der allgemeinen Konjunkschwäche die Bautätigkeit nachgelassen hatte. Im ersten Quartal 1968 wurden demnach Baugenehmigungen für Projekte im Gesamtwert von 5,5 Millionen Mark im Kreis Ehingen erteilt (2,13 Millionen Mark für 17 Gebäude mit 36 Wohnungen sowie 3,45 Millionen Mark für 14 gewerbliche Gebäude). Somit herrsche im Handwerk bald wieder Vollbeschäftigung, hieß es.

Eine schöne Idee hatten Schüler und Lehrer in Munderkingen. Sie gründeten eine Bürgerinitiative, um den Bewohnern des Seniorenheims einen Fernseher schenken zu können. Die Engagierten veranstalteten einen Musikabend, der bei den Zuhörern offenbar gut ankam. Diese spendeten nicht nur kräftig Beifall, sondern auch großzügig Geld. Hinzu kamen weitere Spenden aus der Bevölkerung. Einer der ältesten Munderkinger spendete sogar stolze 500 Mark, stand damals in der Zeitung. Am Ende reichte der Betrag nicht nur für den Fernseher aus, sondern auch für die Antenne, die Anschlusskosten sowie die Fernsehgebühren für einen langen Zeitraum.

16 Landwirte pflügen

Die Weltmeisterschaft im Pflügen in Kanada warf ihre Schatten voraus. Für den Kreisentscheid im Landkreis Ehingen hatten sich 16 junge Landwirte angemeldet. Es galt, den Boden auf einer Länge von 70 und einer Breite von 12 Metern kunstgerecht in 19 Zentimetern Tiefe umzupflügen, was eine sechsköpfige Jury später genau nachmessen sollte. Die Ausfurchung sollte möglichst schmal und flach sein, lautete eine weitere Vorgabe. Die Jungbauern gaben sich alle Mühe, doch ein Sieger stand offenbar noch nicht fest. Klar war nur: Wer gewinnt, durfte zur Bezirksmeisterschaft. Weitere Hürden waren die Landesmeisterschaft und der Bundesentscheid. Dessen Sieger durfte dann an der Weltmeisterschaft in Kanada teilnehmen.

Was vor 50 Jahren die Welt bewegte

„USA planen noch dieses Jahr bemannten Flug um den Mond“, lautete Mitte Oktober 1968 die Überschrift über den Aufmacher der Titelseite. Der deutsch-amerikanische Raketen-Fachmann Wernher von Braun hatte dies in einem Interview der SÜDWEST PRESSE mitgeteilt. Noch vor Weihnachten sollten demnach drei amerikanische Astronauten zu dieser Mission starten. Zuvor stand nun eine elftägige Erdumkreisung mit der „Apollo 7“ an. Und auf die Frage, wann denn nun die ersten US-Astronauten den Mond betreten werden, lautete von Brauns Antwort, dass dies für Ende 1969 vorgesehen sei – tatsächlich war es schon in der Nacht auf den 21. Juli 1969 soweit. jir

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