Bildung Spielerische Sprachförderung am Kindergarten Emerkingen

Andrea Aßfalg betreut seit drei Jahren die Sprachförderung im Kindergarten Emerkingen.
 Foto: Doris Moser
Andrea Aßfalg betreut seit drei Jahren die Sprachförderung im Kindergarten Emerkingen. Foto: Doris Moser © Foto: Doris Moser
Emerkingen / DORIS MOSER 29.12.2016

Im Kindergarten in Emerkingen werden derzeit 25 Mädchen und Buben betreut, 13 davon erhalten in zwei Gruppen eine sprachliche Förderung. Diese Aufgabe übernimmt seit drei Jahren Andrea Aßfalg, eine gelernte Erzieherin und Mutter von zwei Kindern. Regelmäßig und in kleinen Häppchen sollte die Sprachförderung erfolgen, jede Gruppe bekommt deshalb an vier Tagen in der Woche eine Stunde.  Mehr als sieben Kinder dürfen nicht in einer Gruppe sein.  „Es ist ein Spiel mit der Sprache und die Kinder sind mit Eifer dabei, sie warten immer schon auf mich“, berichtet Aßfalg, die für diese Aufgabe, die auch ihr Freude bereitet, speziell geschult worden ist. Im Dachgeschoss des Kindergartens steht ein separater Raum zur Verfügung mitsamt diverser Materialien.

Bei vielen Kindern ist der Wortschatz altersgerecht zu ergänzen, es geht darum, die Laute richtig zu bilden und die Dinge beim Namen zu nennen. Dass es zum Beispiel nicht nur Blumen gibt, sondern Rosen, Tulpen und Nelken, nicht nur Vögel am Himmel fliegen, sondern viele Arten unterwegs sind, können schon kleine Kinder verstehen. Dass Hammer, Säge und Bohrer unter dem Oberbegriff Werkzeuge stehen, wird den Kindern ebenso erklärt wie Stuhl, Tisch und Bett als Teil des Mobiliars, und dass Jacke, Hose und Pulli zu den Kleidern gehören. Differenzieren sei wichtig für das Sprachverständnis, und dies sei später in der Schule in jedem Unterrichtsfach gefordert.

Weiter fügt Andrea Aßfalg mit den Kindern Worte zusammen, etwa Pflasterstein, Schaukelpferd oder Fensterbank, und es geht auch darum Sätze richtig zu bilden und schwierige Worte wie „Lebensmittelladen“, „Aquarium“ oder „Lokomotive“ zu üben, speziell hier hört sie oft „Kolomotive“ oder Ähnliches. Mit dem Silben-Klatschen lässt sich der Sprachrhythmus und der Redefluss fördern, und das macht den Kindern auch Spaß. Sie lernen zudem die Unterschiede von hoch und tief, hell und dunkel, laut und leise.

Manche Kinder seien schüchtern und trauen sich nichts zu sagen, haben oft Probleme ihre Gedanken und Worte zu fassen, auch ihnen hilft eine spezielle Förderung, selbstbewusster zu werden. Wichtig nennt Andrea Aßfalg, die Eltern mit einzubinden. Sie sollten sich Zeit nehmen zum Vorlesen, sich mit den Kindern zu unterhalten und sie  von ihren Erlebnissen erzählen lassen, ihnen zuhören und aufmerksam sein. „Es muss nicht unbedingt Hochdeutsch sein, aber auch nicht das breiteste Schwäbisch“, rät die Erzieherin. 

Früh Zugang zu Literatur

Schließlich soll das Verständnis für die Schriftsprache geweckt werden. Lieder, Spiele und Bücher seien sehr wichtige Begleiter auf dem Weg zu einer guten Sprache, und auf diese Weise bekommen die Kinder auch schon früh Zugang zur Literatur. Dass die Eltern in ganzen Sätzen und nicht mit Wortbrocken mit ihrem Nachwuchs sprechen, sei ebenfalls von großer Bedeutung, sagt Aßfalg. Generell dürfen die Eltern teilhaben an der Sprachförderung, und manche nutzen dieses Angebot gerne, um sich selbst im richtigen Sprachumgang mit den Kindern zu schulen und zu sensibilisieren.

Betreut wird die Sprachförderung im Kindergarten Emerkingen von der Caritas in Ulm, die Finanzierung hat generell das Land Baden-Württemberg. Die Anträge werden über die Gemeinde gestellt. Bürgermeister Paul Burger lobt die Förderung als wichtigen Begleiter in der Entwicklung der Kinder auf ihrem Weg zur Schule und ins Leben. Bei Anliegen oder Problemen fühlt sich Andrea Aßfalg von Brigitte Wolf bei der Caritas bestens unterstützt und begleitet. Sie organisiert auch Fortbildungen und es gibt Elternbriefe  mit vielen Infos. Wenn sprachliche Defizite im Kindergarten-Alltag beobachtet werden, folgt ein Gespräch mit den Eltern und mit deren Einvernehmen wird über die Gemeinde ein Antrag auf Förderung gestellt.

Sprachförderung in Kindergarten und Schule

Schulung Sprachförderung gehört mittlerweile in allen Kindergärten dazu. Sie wird von den verschiedensten Institutionen betreut, in Emerkingen  ist es die Caritas in Ulm. Manche Kindergärten organisieren dieses Angebot auch  eigenständig. Inzwischen können auch Berufsfremde die Sprachförderung übernehmen nach einer entsprechenden Schulung. In vielen Grundschulen geht dieses Angebot dann in die nächste Runde. mo

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel