"Was macht ein Spengler?" Zunächst bekam Andreas Banderitsch keine Antwort aus der Runde der zehn Jungs der Klasse 9a. Etwas schüchtern wirkten sie, folgten aber dennoch aufmerksam den Ausführungen des Spenglermeisters im Werkraum.

Der war im Rahmen einer Bildungspartnerschaft an die Michel-Buck-Schule gekommen und hatte seinen Beruf zuvor schon der Klasse 9b mit Fachlehrer Thomas Stegmüller vorgestellt. Sechs solche Bildungspartner hat die Schule, um vorwiegend den Abschlussklassen, aber auch jüngeren Schülern verschiedene Berufsbilder näher zu bringen. Banderitsch stellte zuerst einmal die Metalle vor, aus denen das Arbeitsmaterial des Spenglers gefertigt ist: Dachrinnen und Ablaufrohre in mehreren Facetten. Meist werde Titanzink verwendet, das roste nicht, sagte der Handwerker. Aber auch Kupfer oder verzinktes Stahlblech mit und ohne Lack komme zum Einsatz. Aber nicht nur Dachrinnen werden an Gebäude geschraubt, auch Flachdachabdeckungen und anderes mehr mache ein Spengler. Sein Betrieb mit 15 Mitarbeitern sei überwiegend im Industriebau im Einsatz, sagte Banderitsch und zeigte Bilder von verschiedenen Baustellen, um zu veranschaulichen, wie das aussieht.

Einen ganzen Tisch voll verschiedener Werkzeuge hatte er aufgebaut, mit denen ein Spengler arbeitet. "Wer weiß, was dieser Hammer besonderes hat?" Diesmal bekam Banderitsch eine Antwort. "Da ist Sand drin." Der Sand im Kunststoffkopf soll das Zurückfedern des Schlagwerkzeugs verhindern, erläuterte er. Die Neuntklässler durften aber auch praktisch arbeiten. Es galt, ein Endstück an einer Dachrinne zu befestigen: zuerst den Rand der Rinne mit einer Zange rundherum umbiegen, das Endstück draufklopfen und anschließend verlöten. "So, jetzt ist es 100 Prozent wasserdicht", lobte der Meister. "Auf der Baustelle nimmt man einen feuchten Lappen und wischt nach." Wenn man keinen feuchten Lappen habe, könne man auch mit Spucke nachhelfen.

Dreieinhalb Jahre dauere die Ausbildung zum Spengler, sagte Banderitsch, ein Beruf, in dem man täglich draußen sei. Er empfahl den Schülern, doch verschiedene Praktika zu machen, auch in seinem Betrieb. "Lieber ein paar Tage in den Ferien arbeiten als dreieinhalb Jahre einen öden Beruf lernen."