Brauchtum Sonnwendfest an der Schlossruine

Schönes Feuer der Sonnwendfeier bei der Schlossruine. Dabei war viel über die Geschichte zu erfahren.
Schönes Feuer der Sonnwendfeier bei der Schlossruine. Dabei war viel über die Geschichte zu erfahren. © Foto: Emmenlauer
Justingen / RENATE EMMENLAUER 25.06.2018

Das Sonnwendfest des Fördervereins für Heimatpflege und Kultur aus Hütten erwies sich am Freitagabend als besonderes Kleinod. Die Besucher kamen in Scharen auf die Schlosswiese des einstigen Justinger Schlosses. Vielfach waren Eltern mit Kindern dabei, um das nicht alltägliche Ereignis eines Sonnwendfestes mit dem Abbrennen des Sonnwendfeuers zu erleben. Zumal auch das Wetter mitspielte, obgleich die Temperaturen am zweiten Tag des Sommeranfangs etwas milder hätten sein können. Aber viele der Besucher waren warm angezogen - und wen es fröstelte, konnte sich bis spät in die Nacht an dem brennenden Holzstoß wärmen. Die Stadtkapelle Schelklingen unter Leitung von Volker Frank spielte – und zwar auch karibisch heiße Rhythmen.

Feurige Genüsse

Das Team vom Gasthaus „Bären“ aus Hütten wärmte mit herzhaften Genüssen und mit feurigen Schnäpsle, letzteres war auch das Herzstück beim hoch gerühmten „Schlosskeller-Wurstsalat“. Max Raiber hieß seitens des Fördervereins Ulrich Ruckh als Schirmherr willkommen. Der Schelklinger Bürgermeister freute sich, dass er sein Amt ohne Schirm ausüben könne. Raiber berichtete über die Schlosswiese, auf der vor 800 Jahren wohl die Fürsten von Schloss Justingen das Sonnwendfest gefeiert hatten. Die Besucher nutzten die Gelegenheit, den Gewölbekeller zu besichtigen, der von den „Schlossmaurern“ in mehr als 4000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden restauriert worden ist. Das historische Ambiente wurde beleuchtet durch bunte Lichterketten und brennende Kerzen, Romantik pur. Ein Notstromaggregat war für die Stromversorgung hertransportiert worden. Der Feuerwehr Hütten hatte ihren Anteil zum reibungslosen Verlauf beigesteuert. Der Hüttener Ortsvorsteher Stefan Tress lobte die Mitglieder des Fördervereins, die nicht müde würden, die heimische Geschichte weiter zu tragen.

Geschichte des Schlosses

Wer wollte, erfuhr von Max Raiber und seinen Mitstreitern des Fördervereins die interessante Geschichte der Burg, die im 11. Jahrhundert von den Herren von Justingen oberhalb von Hütten gebaut wurde. Die Burg wurde 1565 abgebrochen und an gleicher Stelle 1568 ein neues Schloss von Michael Ludwig von Freyberg gebaut und 1751 an Herzog Karl von Württemberg verkauft. 1834 erwarb die Gemeinde Hütten das nicht mehr genutzte Schloss, das dann abgebrochen wurde. Der Keller wurde von der Brauerei Mohren zur Bierlagerung verwendet. Max Raiber informierte auch über die Rundwanderwege zur Schlossruine. Das nächste Sonnwendfest ist in zwei Jahren geplant.

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