Urspring Schwungvoll und zart

Henriette Gärtner in Urspring
Henriette Gärtner in Urspring © Foto: Christina Kirsch
Urspring / CHRISTINA KIRSCH 30.09.2015
Im Rahmen der Kulturtage Urspring ließ die Pianistin Henriette Gärtner ihr Programm "Tastenzauber" hören. Ein hochkarätiger Streifzug.

Urspring. Die gemeinsame Idee zweier Clubs ermöglichte in der Klosterkirche Urspring ein feines Konzert mit einer ausgezeichneten Pianistin zugunsten der Renovierung der Glasfenster der Klosterkirche. Mit ihrem „Tastenzauber“ betitelten Programm entführte die meisterhafte Pianistin Henriette Gärtner ihr Publikum in wunderbare Hörbilder und verführerische Klangmalereien. Der Rotary Club Ulm-Donaubrücke und der Rotary Club Ehingen-Alb-Donau unterstützten das Konzert einer Ausnahmepianistin, die bereits mit drei Jahren das Klavierspiel begann und auch als Wissenschaftlerin hoch angesehen ist.

Die Künstlerin genoss eine klassische Ballettausbildung und promovierte zum Dr. rer. nat. im Bereich der Bewegungsphysiologie/Biomechanik über das Thema Klang, Kraft und Kinematik beim Klavierspiel.

Für Urspring hatte die Musikerin ein ansprechendes Programm der Komponisten Francois Couperin, Jean-Philippe Rameau, Ludwig van Beethoven und Peter Tschaikowsky zusammengestellt. Es war auch Beethovens so genannte Mondscheinsonate zu hören, die von Kritikerpapst Prof. Dr. Joachim Kaiser in der Interpretation von Henriette Gärtner als geniales phantastisches Drama charakterisiert wurde. Dem langsamen und gefühlvollen Adagio folgte ein „kurzer schmerzfreier Moment“. So beschrieb die Pianistin das Werk, in das sie als Moderatorin kurz einführte. Die ganze Gewalt unerfüllter Liebe komme im Presto agitato zum Ausbruch, erläuterte sie. Henriette Gärtner spielte alle Stücke auswendig und passte ihr Spiel dem Flügel der Klosterkirche an. Anmutig, poetisch, geheimnisvoll und auch lieblich hörte man Tschaikowskys Jahreszeiten, eine Abfolge von musikalisch interpretierten Monaten. Der Februar geriet zum turbulenten, karnevalesken Volksfest, der Mai zum zarten Liebesschwur, der September zum Jagdmotiv und im Dezember erklang ein schwungvoller Walzer.

Als Zugabe reichte Henriette Gärtner mit einem für Klavier umgeschriebenen spanischen Gitarrenstück ein zart nachklingendes Bonbon. Im überschwänglichen Applaus hielten sich großer Respekt und pure Begeisterung die Waage.

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