Zehn Minuten Schwerlasttransporter der Natur im Blühfeld

Die Hummel geht mit System vor, die Biene läuft kreuz und quer.
Die Hummel geht mit System vor, die Biene läuft kreuz und quer. © Foto: Christina Kirsch
Untermarchtal / Christina Kirsch 17.08.2018

Bienen summen, Hummeln brummen. So hat man es irgendwann in der Schule oder von den Eltern gelernt. Auf einem Blühfeld in Untermarchtal neben dem Parkplatz des Wohnparks Maria Hilf summt und brummt es keineswegs. Aber es sind jede Menge Bienen und Hummeln unterwegs, die beinahe geräuschlos ihrer Arbeit nachgehen. Die Blühstreifen und Blühinseln liegen derzeit sozusagen in den letzten Zügen. Vieles ist schon verwelkt und die späten Blüher haben ihren letzten Auftritt.

Zwischen den Gräsern, die bereits Samen tragen, ragen Sonnenblumen und Königskerzen hervor. Ringelblumen, Kornblumen, Klatschmohn und Malven zeigen ihre Farben in der mittleren Etage. Die Sonnenblumen strecken ihre Landebahnen besonders auffällig in den Himmel. Am ausdauerndsten wirken die dicken Hummeln, die man um ihren flauschigen Pelz in der Hitze nicht beneidet. Hummeln sammeln übrigens pro Insekt bis zu zwölfmal mehr Nektar als Bienen.

Auf einer Sonnenblume ist für beide Insektenarten Platz. Während die Biene etwas konfus kreuz und quer herumtänzelt, geht die Hummel mit System vor. Gleichförmig läuft sie den inneren Blütenkranz ab, sammelt Nektar und streift ihn in der Sammelblase im Hinterleib ab. Die berühmten „Höschen“ entstehen. Hummeln sind somit die Schwerlasttransporter auf dem Feld. Sie können fast das Doppelte ihres Körpergewichts zulegen. So voll gepackt laufen sie über die Blüte, statt zu fliegen. Das scheint weniger mühsam zu sein.

Wer Blumen und Bienen so beobachtet, gerät schnell tiefer ins Feld und merkt irgendwann, dass an den Beinen struppiges Gewächs klammert. Wer sich gewaltsam losreißt, hat Hunderte von Stacheln in der Hose stecken. Diese Wunderwerke der Natur sind so wirkungsvoll, dass sie den Stoff durchdringen und sich auf der Autofahrt unangenehm bemerkbar machen. Daheim helfen nur Pinzette und Klebeband, um dem Stachelzeug zu Leibe zu rücken. So also endet eine Blühfeldbesichtigung.

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