Ehingen Schwäbisch Tag für Tag

Das Arbeitszimmer von Hermann Wax ist voll und wird von ihm täglich mehrere Stunden besucht. Nach der ersten Auflage der "Etymologie des Schwäbischen" (noch im schlichten Grün) ist mittlerweile die vierte, etwas augenfälligere Auflage erschienen. Ein neues, ganz anderes Buch ist in Vorbereitung. Foto: Kirsch
Das Arbeitszimmer von Hermann Wax ist voll und wird von ihm täglich mehrere Stunden besucht. Nach der ersten Auflage der "Etymologie des Schwäbischen" (noch im schlichten Grün) ist mittlerweile die vierte, etwas augenfälligere Auflage erschienen. Ein neues, ganz anderes Buch ist in Vorbereitung. Foto: Kirsch
Ehingen / CHRISTINA KIRSCH 07.08.2012
Die "Etymologie des Schwäbischen" von Hermann Wax ist mittlerweile ein Standardwerk für Dialektfreunde und Sprachwissenschaftler. Der Autor ist nicht untätig und arbeitet schon an einem neuen Buch.

Die "Etymologie des Schwäbischen" ist kein Leichtgewicht. Stolze 1500 Gramm wiegt das 768 Seiten umfassende Buch, in dem 8000 schwäbische Wörter von Hermann Wax erklärt werden. Das Nachschlagewerk schließt manche Wissenslücke und steht mittlerweile nicht nur in vielen Haushalten, sondern auch in den Lesesälen der Universitäten.

Doch der Ehinger Philologe und ehemalige Gymnasiallehrer ist nicht untätig und schreibt derzeit an seinem nächsten Buch, das sich zwar auch mit dem Schwäbischen befasst, aber einen ganz anderen Charakter bekommen wird. "Das Buch trägt den Arbeitstitel Schwäbisch Tag für Tag", sagt Achim Zepp von der Biberacher Verlagsdruckerei, in der bereits Hermann Wax" Etymologie erschien. In dem geplanten Buch erklärt Hermann Wax ähnlich wie in seinen beliebten Vorträgen jeden Tag ein schwäbisches Wort. Dabei haben die einzelnen Tageskapitel erzählenden Charakter und dienen der Unterhaltung. Ableitungen, Querverweise und die Herkunft der Wörter hat der Autor dieses Mal erzählend zusammengefasst. Hermann Wax erlaubt sich in den 365 Essays, amüsante Seitenhiebe auf schwäbische Gepflogenheiten und weiß seine Schwaben mit Humor beim Wort zu nehmen. Ein Kapitel über "Sette, sottene und settige" beendet er mit einem munteren Sodale, das gleichen Ursprungs ist. Es erstaunt immer wieder, welche Verflechtungen das Schwäbische mit Italienisch, Französisch, Latein und den slawischen Sprachen genommen hat.

Die wissenschaftliche Basis verlässt Hermann Wax auch in seinem neuen Buch nicht. Das Werk wird jedoch bebildert sein, was die Lektüre noch unterhaltsamer machen wird. Doch die Freunde des Schwäbischen und der Erzählweise von Hermann Wax müssen sich noch etwas gedulden. "Wir hatten als Erscheinungsdatum zunächst Weihnachten 2012 anvisiert", meint Achim Zepp, "aber es wird wohl Frühjahr 2013 werden." Was übrigens nicht an Hermann Wax liegt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel