Naturgewalt Schutzmaßnahmen haben sich beim Hochwasser bewährt

Region / Ingeborg Burkhardt 08.01.2018
„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte am Sonntag der stellvertretende Kreisbrandmeister Oliver Burget. Im Regierungspräsidium wird das Hochwasser der Donau als fünfjährliges Ereignis eingestuft.

Die Donau bei Berg war am Sonntagmorgen mit 61 Metern doppelt so breit wie bei normalem Wasserstand. Mit 275 Kubikmetern Durchfluss in der Spitze pro Sekunde war es etwa die Hälfe der Menge an Wasser im Vergleich zum Jahrhunderthochwasser 1990. „Es hätte am Wochenende im Raum Munderkingen und Ehingen rund 30 bis 40 Zentimeter höher ansteigen können, ohne die seit dem Jahrhunderthochwasser durchgeführten Schutzmaßnahmen.“ Das erklärten am Sonntag Andreas Stegmaier und Gerold Mayer von der Außenstelle „Gewässer“ des Regierungspräsidiums in Riedlingen.

Wasser reicht an Schutzwände

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Oliver Burget in Ehingen freute sich am Sonntag in der Mittagszeit, dass der Pegel in Berg schon wieder sinkt. „Die Ehinger Feuerwehr hat am Samstag zwar noch an der Uferstraße in Nasgenstadt eine 30 Meter breite Scheunenzufahrt, ein Gartentor und den Weg zur Donau mit Schutzwänden gesichert. Das Wasser sei zwar kurze Zeit bis an die Schutzwände herangekommen, gehe jetzt aber wieder zurück. „Insgesamt gesehen sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen“, erklärte Burget.

Ähnlich sahen es auch die Munderkinger Wehrmänner, die – wie berichtet – bereits am Donnerstag mit Mitarbeitern des Bauhofs am Angerweg entlang des Ufers die Schutzwände installiert hatten. Zwar floss vom Promenadenweg etwas Wasser durch die Fußgängerunterführung, doch die Keller in der Erblache blieben trocken. Auf der gegenüberliegenden Seite, an der Garnstraße beim überfluteten Bürgerpark, hatte es eine hauseigene Pumpe nicht mehr ganz geschafft, den Keller trocken zu halten. Und so schloss die Feuerwehr um 22.30 Uhr eine zweite an.

Die Anwohner am Angerweg beobachteten am Sonntag besorgt einen Kanaldeckel in der Nähe der Brücke, den das Grundwasser während des Durchflusses der Hochwasserspitze hochgedrückt hatte. Doch die Platte, die zum Beschweren aufgelegt wurde, hielt stand. Aufgeschreckt durch die Nachrichten über das Hochwasser am Rhein, Main und Neckar hatten bereits am Dreikönigstag die Bürger des Raumes Munderkingen und Ehingen bei Spaziergängen beunruhigt den Anstieg des Flusses im Donautal zwischen Obermarchtal und Untermarchtal, Algershofen und der Donaustadt beobachtet. An der Oberen Donau bis nach Donaueschingen hatte der Regen aufgehört und auch dort schien die Sonne. Und die Pegel in Beuron und Hundersingen reagierten mit „Tendenz fallend“.

Wehr macht spontane Übung

Zudem steuerten Fachleute des Regierungspräsidiums Tübingen mit dem Hochwasserrückhaltebecken bei Wolpertingen/Donaueschingen den Ablauf. In den Tagen, als pro Sekunde 130 Kubikmeter anfielen, lief das vier Millionen fassende Becken zur Hälfte voll und wurde dann mit 70 Kubikmetern pro Sekunde in die Donau eingeleitet. Zudem gab es unterwegs weitere Auffangbecken und auch bei Berg füllten sich die Altarme der Donau und das Rückhaltebecken, das mit dem Bau der Umgehung B 465 anlegt worden ist.

Die Wasserrettungsgruppe der Munderkinger Feuerwehr entschloss sich am Nachmittag des Dreikönigstags spontan, das Ereignis für eine Übung zu nutzen. Kaum hatten sie ihre Boote und die Ausrüstung im Gerätehaus verstaut, wurden sie nach Algershofen gerufen, wo ein Autofahrer trotz der Straßensperrung versucht hatte, nach Munderkingen durchzukommen. Nach wenigen Metern hatte der Motor aufgegeben und die Feuerwehr musste den Geländewagen herausziehen.

Für Max Schwehr und Gerold Mayer vom Regierungspräsidium war es am Sonntag der vorläufig letzte Einsatz mit dem mobilen Messystem ADP an der Donau in Berg. Sie äußerten sich froh darüber, dass es hier im Süden nicht so dramatisch geworden ist mit dem Hochwasser wie im Norden an den großen Flüssen. Doch man wisse nicht, was die nächsten Monate bringen.

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