Namensänderung Schulverbund Munderkingen erhält neuen Namen

Konrektor Markus Walser (rechts) sammelt die Stimmen für die Namenswahl ein.
Konrektor Markus Walser (rechts) sammelt die Stimmen für die Namenswahl ein. © Foto: Christina Kirsch
Munderkingen / Christina Kirsch 12.10.2018
Die Wahl zum neuen Schulnamen für den Munderkinger Schulverbund ging zugunsten von „Schulen an der Donauschleife“ aus.

Mit Zetteln in der Hand, auf denen der Schulstempel prangte, stürmten gestern rund 750 Schüler des Munderkinger Schulverbunds die Donauhalle. Grundschüler, Gemeinschaftsschüler, Werkrealschüler und Realschüler wählten einen neuen Namen für ihre Schule. Die Wahl fiel mit 458 Stimmen zugunsten des  Namens „Schulen an der Donauschleife“ aus. Bei der Ergebnisbekanntgabe jubelten die Schüler, die sich offenbar damit identifizieren können. 167 Stimmzettel stimmten für den Namen „Michel-Ende-Schule“ und 61 Personen enthielten sich. Als Wahlhelfer, die die Wahlurnen an zwei entgegengesetzten Enden der Donauhalle bereit hielten, fungierten die Konrektoren Roland Gründig und Markus Walser. Auch Elternvertreter und Bürgermeister wählten mit.

Donauschleife verbindet

„Der Namen Schulverbund Munderkingen war einfach zu unpersönlich“, meinte Bürgermeister  Michael Lohner. Die Donauschleife sei ein die Raumschaft verbindendes Element, das einzigartig sei. „Meines Wissens gibt es nur noch in Passau eine Donauschleife“, sagt Lohner. Der Wahl gingen  lange Überlegungen voraus. „Wir hätten schon gerne eine Persönlichkeit als Namensgeber gehabt, aber da war niemand zu finden“, erklärte  die Rektorin Jutta Braisch nach der Wahl. „Den Borromäus Weitzmann konnten wir nicht nehmen, weil der in der Vergangenheit schon belegt war“, sagte die Rektorin. „Mit einem alten Namen kann man nichts Neues beginnen“. Auch das Ried war als Landschaft im Gespräch und man suchte Personen, mit denen sich die Kinder gut identifizieren können. So war der zweite Wahlvorschlag der Schriftsteller und Kinderbuchautor  Michael Ende. „Die unendliche Geschichte“ oder auch „Momo“ mit seinen philosophischen Gedanken seien Geschichten, die mehrere Schülergenerationen überdauern würden, meinte die Rechtensteiner Bürgermeisterin Romy Wurm, die wie  Martin Krämer (Bürgermeister von Obermarchtal) oder Kevin Wiest für den Namen „Michael-Ende-Schule“ gestimmt hatten. Er sei mit beiden Vorschlägen nicht 100 Prozent zufrieden, erklärte Kevin Wiest, „aber das hat der Träger mit den Kindern und Eltern erarbeitet und es war eine demokratische Wahl“, sagte der  Bürgermeister von Oberstadion. Man könne sich besser mit Michael Ende als mit der Donau identifizieren, befand auch Martin Krämer.

Abkürzung muss passen

Schulleiterin Jutta Braisch enthielt sich, um Neutralität zu wahren. „Es musste ein Name sein, mit dem sich Grundschüler und die oberen Klassen identifizieren können.“ Zudem müsse man stets bedenken, dass Schüler den Schulnamen abkürzen. „Das muss dann auch noch passen und darf keinen negativen Einschlag haben“, sagt sie. In Munderkingen kursiere bereits die Abkürzung SDS für die neue Schule. Zu Irritationen führte der Plural „Schulen“ im Namen. Einerseits betont die Schule ihre Einheit, andererseits nimmt sie im Namen die Mehrzahl auf. „Das steht für die Vielzahl der verschiedenen Schulformen“, meinte Michael Lohner diplomatisch. Der Bürgermeister brachte im Zusammenhang mit dem neuen Namen Begriffe wie Heimat, Herkunft und Identität ins Spiel.

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