OB-Wahl Schulleiter äußern sich zum Standort Ehingen

Die Sanierung von Fenstern und Fassade am Johann-Vanotti-Gymnasium im Jahr 2015 war eine Maßnahme am Schulstandort Ehingen.
Die Sanierung von Fenstern und Fassade am Johann-Vanotti-Gymnasium im Jahr 2015 war eine Maßnahme am Schulstandort Ehingen. © Foto: Andreas Hacker
Ehingen / Stefan Bentele 07.09.2018
Eine Befragung von Schulleitern offenbart ein gutes Arbeitsverhältnis zum Träger. Drängendes Thema ist die Digitalisierung.

Die Wirtschaft brummt, neue Arbeitsplätze entstehen, Menschen ziehen nach Ehingen, die Stadt wächst. Laut Oberbürgermeister Alexander Baumann um etwa 1000 Einwohner in den vergangenen sieben Jahren. Davon profitiert der Schulstandort Ehingen mit seinen Schulen in städtischer Trägerschaft, wozu Grundschulen und weiterführende Schulen zählen, sowie die Schulen in Trägerschaft des Landkreises wie Schmiechtalschule, berufliche Gymnasien und Berufsschulen.

Die Zahl der Schüler an den städtischen Schulen hat in den vergangenen Jahren zwar abgenommen, zugleich stiegen die Schülerzahlen an den Schulen des Landkreises am Schulstandort Ehingen (siehe Grafik). Vor der anstehenden OB-Wahl ist es Zeit, einen Blick auf die Schulen zu richten und deren Entwicklung unter acht Jahren OB Alexander Baumann zu betrachten.

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„Das war ein genialer Schachzug“, sagt Max Weber. Der Rektor der Längenfeldschule und Geschäftsführender Schulleiter der Stadt meint damit die Neuordnung innerhalb der Verwaltung, den Bereich Soziales, Erziehung und Ehrenamt zu bündeln und einem Bürgermeister zuzuweisen. Sebastian Wolf, der 2011 nach Ehingen kam, mache sein Geschäft „mit Bravour“. Weber sieht den Schulstandort „optimal“ aufgestellt, Eltern hätten eine breite Auswahl.

Stillstand in Sachen Digitalisierung

Auch der Ganztagsbetrieb an seiner Schule werde gefördert, einzig das Angebot seines Schulhofs sei etwas übersichtlich. Was die Ausstattung der Schulen in Sachen Digitalisierung angeht, herrsche etwas Stillstand. „Man wartet auf das Geld von Bund und Land.“ Das sei sinnvoll, kaputte Geräte werden aber ersetzt. „Aber man kann nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag warten.“

Grundsätzlich herrsche eine „wertschätzende Atmosphäre“, sagt Daniela Mezger über das Verhältnis zum Träger. Die Rektorin der Grundschule Rißtissen wünscht sich, dass die Kopfpauschale der Stadt für die Grundschulen angehoben werden. Der Unterricht sei vielfältig, es werde viel Material benötigt. Bei der Digitalisierung stehe man am Anfang. Sie wünscht sich, dass die Investitionen nicht tröpfchenweise vonstattengehen, sondern binnen ein oder zwei Jahren PCs, Beamer & Co. angeschafft werden. Als ehemalige Leiterin der Werk­realschule Kirchbierlingen, die geschlossen wurde, sagt sie über die damalige Situation: „Man hat uns die Zeit gegeben, die wir brauchten.“

Katrin Brosch, Rektorin der Grundschule Erbstetten-Frankenhofen, teilt die Einschätzung in Sachen Zusammenarbeit mit dem Träger. „Das kann man nur loben.“ Einzig die Stundenzahl für die Sekretärin, die auf vier Stunden die Woche veranschlagt sei, empfindet Brosch als zu wenig. „Ohne die Sekretärin läuft nix.“

„Das Klima ist sehr gut.“

Bauliche Veränderungen ziehen sich über Jahre, „das ist meine subjektive Empfindung“, sagt Dagmar Fuhr, Rektorin an der Michel-Buck-Schule, etwa mit Blick auf die Mensa. Grundsätzlich hat sie aber das Gefühl, „die Belange werden ernst genommen“, es gebe einen „wertschätzenden Umgang“, sie kenne das aus anderen Kommunen auch anders. Die Schule sei gut ausgestattet, Gleiches gelte für den Etat. In Sachen Digitalisierung „sind wir arbeitsfähig“, sie sieht aber auch, dass die Stadt auf die Fördergelder wartet.

„Das Klima ist sehr gut“, sagt Rektor Alexander Bochtler über das Verhältnis der Schulen untereinander. Und mit der energetischen Sanierung der Realschule habe die Stadt Pläne als Bestandteil des Investitionsprogramms 2020 parat gehabt, die zügig ans Land weitergereicht werden konnten, als das Förderprogramm ausgerufen wurde. „Da blickt die Stadt weit voraus“ und spreche sich mit der Schule  ab. Er habe mehrere Standorte in seiner Karriere erlebt, in Ehingen laufe es „persönlich, professionell, nachhaltig und geplant“ ab.

Auch Tobias Sahm, neuer Direktor am Johann-Vanotti-Gymnasium, sieht seine Schule „hervorragend aufgestellt“. Es gebe regelmäßig Gespräche auch mit dem OB. Teile der Schule sind digital bereits komplett vernetzt, in den kommenden Jahren werde das fortgeführt. „Ich bin momentan sehr zufrieden.“ Ob am JVG künftig mit Tablets und digitalen Schulbüchern unterrichtet wird, sei schon Thema gewesen, aber werde noch nicht forciert. „Das wäre was für die Zukunft.“

18,5 Millionen Euro investiert

„Damit sind wir gut gefahren“, sagt OB Alexander Baumann über die Neustrukturierung zu Beginn seiner Amtszeit und den Fokus auf die Schulen. Sebastian Wolf mache einen „guten Job“. Das Investitionsprogramm 2020, das 2012 von der Stadt entwickelt wurde, habe man teilweise umgesetzt, manches komme noch. 18,5 Millionen Euro hat die Stadt laut Baumann in seiner Amtszeit investiert. Dazu komme der jährliche Unterhalt und Sanierungen.

Die Digitalisierung sei schon ein Stück erfolgt, er verfolge aber den Leitsatz: „Die Technik folgt der Pädagogik.“ Außerdem habe der Bund zugesichert, Geld für die Digitalisierung bereitzustellen. Doch Länder und Bund hätten sich noch nicht verständigt. Gehe man nun in Vorleistung, sei die Frage, ob man Ausgaben wieder erstattet bekommt. „Das ist unser Dilemma.“ Man warte aber derzeit nicht nur.

Baumann signalisierte, die Beiträge für Grundschulen nachzujustieren. Es gebe bereits Überlegungen, „das fließt in den neuen Haushaltsplan ein“.

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