Alb-Donau-Kreis Schulausflug auch für Flüchtlingskinder

Sozialdezernent Günter Weber hat sich für mehr Leistungen für Kinder von Asylbewerbern eingesetzt.
Sozialdezernent Günter Weber hat sich für mehr Leistungen für Kinder von Asylbewerbern eingesetzt.
HELGA MÄCKLE 09.05.2012
Kinder von Asylbewerbern im Alb-Donau-Kreis bekommen künftig alle Leistungen des Bildungspakets. Das hat der Sozialausschuss beschlossen.

Schulausflug, Klassenfahrt, Vereinsbeiträge und ein Mittagessen in der Schule. Diese und mehr Leistungen aus dem Bildungspaket des Bundes erhalten künftig auch Kinder von Asylbewerbern im Alb-Donau-Kreis. Der Sozialausschuss hat einstimmig beschlossen, die Kosten dafür in Höhe von 6000 bis 8000 Euro im Jahr aus dem Kreishaushalt aufzuwenden.

Für Kinder einkommensschwacher Familien hat der Bund im April 2011 etwa 1,6 Milliarden Euro für "Leistungen für Bildung und Teilhabe" zur Verfügung gestellt. "Es kann doch nicht sein, dass Kinder von Asylbewerbern nicht mit zum Schulausflug können, nur weil ihre Eltern noch keine 48 Monate in Deutschland sind", sagte Landrat Heinz Seiffert am Montag im Sozialausschuss. Aber genauso ist die Regelung: Das Asylbewerberleistungsgesetz sieht keine Leistungen aus dem Bildungspaket vor. "Es macht aber Sinn, diesen Kindern all das zukommen zu lassen", sagte Sozialdezernent Günter Weber. Denn am gesellschaftlichen und schulischen Leben teilzunehmen sei für sie besonders wichtig, zumal meist nicht abzusehen ist, ob und wann sie wieder in ihre Heimat zurückkehren.

Seiffert betonte, das Sozialdezernat werde "offensiv" auf die Leute zugehen, die von der neuen Regelung profitieren können. Derzeit sind das 54 Familien. "Es ist zwar ein bürokratischer Aufwand, aber es ist eine gute und sinnvolle Sache", sagte Seiffert weiter.