Ehingen Schritt in die Zukunft

Die Schüler dürfen die Tablets auch mitnehmen, um sich auf den Berufsalltag vorbereiten zu können.
Die Schüler dürfen die Tablets auch mitnehmen, um sich auf den Berufsalltag vorbereiten zu können. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / CHRISTINA KIRSCH 30.10.2015
Der Modellversuch mit Tablets im Unterricht hat begonnen: Schüler der Gewerblichen Schule Ehingen dürfen die Tablets gratis nutzen. Die Hälfte der 30 000 Euro Kosten pro Jahr zahlen Land und Schulträger.

"Heute ist es wie Weihnachten", erklärte Schulleiter Werner Glocker gestern vor 65 Schülern des Technischen Gymnasiums an der Gewerblichen Schule in Ehingen. Die Schüler haben Tablets bekommen, die sie drei Jahre lang kostenlos für Unterrichtszwecke benutzen können. Die Geräte sind persönlicher Besitz und können auch mit nach Hause genommen werden. In einem mehrjährigen Versuch soll der Einsatz von Tablets an insgesamt 40 beruflichen Schulen in Baden-Württemberg mit bis zu 5400 Schülern erprobt werden. Sie seien die erste Generation Schüler in Baden-Württemberg, die in diesem Schuljahr Tablets bekommen haben, freute sich Glocker.

Im Regierungsbezirk Tübingen sind es mit der Gewerblichen Schule Ehingen, der Valckenburgschule Ulm, Ludwig-Erhard-Schule Sigmaringen und der Elektronikschule Tettnang insgesamt vier Schulen, die für den Modellversuch ausgewählt wurden. Die Kaufmännische Schule habe sich auch beworben, sei aber nicht zum Zug gekommen, hieß es gestern.

Die Tablets seien dazu gedacht, Dokumente zu verwalten und zu bearbeiten, Aufgaben zu lösen, zu recherchieren und sich zu vernetzen. Zudem gehörten Tablets oft zum Berufsalltag, sagten die betreuenden Lehrer Eugen Ringer, Kim Fujan und Bernd Lamparter. Man wolle sehen, wie sich die Geräte im Unterricht bewähren, sagte Glocker: "Dabei werden sie den Lehrer nicht ersetzen."

Der Modellversuch wird wissenschaftlich begleitet, auch die Lehrer werden geschult. Johannes Müller, Fachdienstleiter für Finanzen, Schulen und Liegenschaften am Landratsamt, freute sich, dass die Gewerbliche Schule bei dem Projekt zum Zug kam. Der Versuch sei mit 30 000 Euro pro Jahr veranschlagt, erläuterte er. Die Hälfte, also 15 000 Euro übernimmt der Schulträger.

Mit einem gemeinsamen Klick auf die Maustaste wurde der Provider aktiviert, so dass die Schüler ins Internet konnten. Einige Apps wie Facebook oder Whatsapp sind ihnen allerdings nicht zugänglich.

Dagegen gibt es beispielsweise eine App, mit der die Schüler im Physikunterricht Schwingungen berechnen können. Fujan demonstrierte, wie die Schwingung einer gefüllten Plastiktüte gemessen werden kann, die an einer elastischen Stahlfeder aufgehängt ist. Die Tablets seien ein Schritt in die Zukunft, ist Schulleiter Glocker überzeugt.