Bundestagswahl Schreinermeister Kiem befragt Angela Merkel

Groß im Fernsehen: Schreinermeister Gunter Kiem aus Hütten befragt im ZDF die Bundeskanzlerin. Nach der Live-Sendung gab’s noch Gelegenheit für ein Händeschütteln mit Merkel.
Groß im Fernsehen: Schreinermeister Gunter Kiem aus Hütten befragt im ZDF die Bundeskanzlerin. Nach der Live-Sendung gab’s noch Gelegenheit für ein Händeschütteln mit Merkel. © Foto: Raidt/Screenshot
Bernhard Raidt 16.09.2017
Schreinermeister Gunter Kiem aus Schelklingen-Hütten hat Angela Merkel live im ZDF zum Thema schnelle Internetversorgung befragt. Locker sei sie gewesen, die Kanzlerin.

Locker sei sie gewesen, die Kanzlerin, berichtet Schreinermeister Gunter Kiem aus Hütten. Sehr entspannt, sie habe sogar Witze gemacht. Kiem war am Donnerstagabend vom ZDF nach Berlin eingeladen worden, um Angela Merkel live Fragen zur schlechten Internet-Versorgung des ländlichen Raums zu stellen. Im Rahmen der Sendung „Klartext, Frau Merkel“ befragten neben Kiem andere Bürger die Kanzlerin zu verschiedenen Themen.

Merkel habe überhaupt nicht nervös gewirkt, im Gegensatz zur Moderatorin, berichtet Kiem. Der Auftritt sei auch nicht inszeniert gewesen. „Sie kannte die Fragen vorher nicht, da bin ich mir sicher.“ Ob er mit der Antwort Merkels zufrieden sei? Da muss Kiem am Telefon ein bisschen überlegen. Klar, sie habe Verständnis für seine Situation gezeigt. Der Schreinermeister hatte darauf aufmerksam gemacht, dass die schlechte Internet-Versorgung der Schreinerei in Hütten einen echten Wettbewerbsnachteil darstelle. Ein schnelles Internet sei heute so wichtig wie Wasser oder Strom.

Die Argumente der Kanzlerin

Merkel argumentierte, dass ihre Regierung 4 Milliarden Euro bereitstelle, um den ländlichen Raum mit schnellen Datennetzen zu versorgen. Das benötige seine Zeit. Sie erkundigte sich bei Kiem, in welchem Landkreis er wohne und was dort schon geschehen sei. Kiem erklärte, dass schon einiges getan werde. Es würden etwa Leerrohre verlegt. Aber noch sei die Schreinerei nicht gut angebunden. Interessant fand Kiem im Übrigen, was vor und nach der Sendung geschah: Ein Mitarbeiter des Landratsamts war zuvor bei ihm und hat ihm die aktuellen Arbeiten für schnelles Internet erklärt. Anbieter haben sich bei ihm gemeldet und Lösungen für einen schnellen Internet-Anschluss angepriesen.

Fasziniert war der Schreinermeister von der Technik des Berliner ZDF-Studios mit den vielen Kameras. Das Studio sei gar kein geschlossener Raum, wie es im Fernsehen aussehe, sondern eine nach oben offene Halle. Kiem hatte im Übrigen Glück, dass er seine Frage noch an Merkel stellen konnte. Die Sendezeit wurde am Ende knapp, mehrere andere Gäste, die ebenfalls Fragen an die Kanzlerin vorbereitet hatten, kamen nicht mehr zum Zug.

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