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Ehingen / Ulm / SWP  Uhr
Meike und Lars Schlecker müssen in Haft. Der BGH schmetterte die Revision der Kinder des Drogerie-Königs Anton Schlecker ab und bestätigte ein Urteil des Landgerichts Stuttgart.

Nicht beendet ist die Pleite von Schlecker für den Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. „Herr Geiwitz arbeitet nach wie vor hart daran, Forderungen einzutreiben“, erklärt sein Sprecher Patrick Hacker. Auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen sich die Forderungen der Gläubiger und erst wenn alle Ausstände eingetrieben sind, kann das Geld an sie verteilt werden.

Schlecker-Pleite: Insolvenzverwalter kämpft mit Lieferanten

Im Moment prozessiert Geiwitz gegen Lieferanten, die sich untereinander abgesprochen und von Schlecker überhöhte Preise verlangt haben sollen. „Wenn das durch die Instanzen geht, kann das noch Jahre dauern“, fürchtet Hacker. Doch die gute Nachricht für die ehemaligen Beschäftigten: Sie bekommen als erste ihr Geld. Aber allerdings auch erst, wenn das gesamte Verfahren abgeschlossen ist.

Der Insolvenzverwalter der Drogeriemarktkette Schlecker ist mit einer Schadenersatzklage über 212 Millionen Euro gescheitert.

Meike und Lars Schlecker müssen in Haft – BGH bestätigt Urteil

Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil gegen Meike und Lars Schlecker, die 45 und 47 Jahre alten Kinder des Drogerie-Königs Anton Schlecker, bestätigt. Sie müssen für jeweils zwei Jahre und sieben Monate in Haft.

Der Prozess gegen Anton Schlecker und seine Kinder Meike und Lars

Der Prozess gegen Anton Schlecker und seine Kinder Meike und Lars gehört zu den spektakulärsten Wirtschafts-Fällen der Bundesgeschichte der vergangenen Jahre. Er erregte nationales Interesse schon weit im Voraus, natürlich aber vor allem auch zum Auftakt und während des Prozesses. Unsere Redakteurin Simone Dürmuth hat den Prozess verfolgt. Hier beschreibt sie exemplarisch Szenen vom Tag der Urteilsverkündung.

Wie Simone Dürmuth das Urteil damals einschätzte, kann man in ihrem Kommentar zu dem Ende des Prozesses gegen Anton Schlecker nachlesen.

Meike und Lars Schlecker müssen in Haft: So geht es nun weiter

Meike und Lars Schlecker, 45 und 47 Jahre alt, müssen in Haft. Das bringt die Bestätigung des Landgerichts-Urteils durch den BGH mit sich. Das weitere Vorgehen hat eine Pressesprecherin des Stuttgarter Landgerichts skizziert.

Meike und Lars Schlecker müssen in Haft. Der BGH schmetterte die Revision der Kinder des Drogerie-Königs Anton Schlecker ab und bestätigte ein Urteil des Landgerichts Stuttgart.

Die Geschichte des Schlecker-Konzerns – Eine Chronologie

  • 1975: Anton Schlecker eröffnet in Kirchheim/Teck seine erste Drogerie. Zwei Jahre später sind es schon 100 Filialen.
  • 1987: Schlecker expandiert ins Ausland - zuerst nach Österreich. Nach dem Fall der Berliner Mauer öffnen schnell Märkte in den neuen Bundesländern.
  • 1994: Schlecker betreibt nach eigenen Angaben rund 5000 Läden. Gewerkschafter kritisieren, Mitarbeiter würden schikaniert und schlecht bezahlt. Schlecker spricht von Einzelfällen.
  • 2007: Nach eigenen Angaben ist Schlecker mit mehr als 14.000 Märkten in 13 Ländern europäischer Marktführer in der Drogeriebranche. Über Jahre gibt es aber Kritik an Dumpinglöhnen und Leiharbeit.
  • 2011: Nach Jahren in den roten Zahlen beginnt ein radikaler Umbau des Filialnetzes.
  • 2012: Im Januar meldet Schlecker Insolvenz an. Im Sommer werden die letzten Filialen geschlossen, 25.000 Mitarbeiter in Deutschland verlieren ihre Jobs. Die Gläubiger fordern mehr als eine Milliarde Euro.
  • 2013: Im März zahlt die Familie Schlecker dem Insolvenzverwalter im Streit um übertragenes Firmenvermögen 10,1 Millionen Euro. Anton Schlecker hatte vor der Insolvenz unter anderem seine Villa im Wert von zwei Millionen Euro an seine Frau übertragen. Später zahlt die Familie weitere vier Millionen Euro.
  • 2016: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erhebt im April Anklage gegen Anton Schlecker wegen vorsätzlichen Bankrotts. Insgesamt soll er Vermögen von etwa 25 Millionen Euro beiseite geschafft haben. Auch seine Ehefrau, seine beiden Kinder und zwei Wirtschaftsprüfer sind angeklagt - wegen Beihilfe, Insolvenzverschleppung oder Untreue.
  • 2017: Im März beginnt in Stuttgart der Prozess. Nach der Zahlung von Geldauflagen werden im Mai die Verfahren gegen Schleckers Ehefrau Christa und die Wirtschaftsprüfer eingestellt. Für die übrigen Angeklagten fordert die Staatsanwaltschaft bis zu drei Jahre Haft. Meike und Lars Schlecker gehen gegen das Urteil in Revsion.
  • 2019: Der BGH bestätigt das Urteil des Landgerichts Stuttgart. Die Kinder des ehemaligen Drogerie-Königs müssen ins Gefängnis.