Medizin Schlaganfall kann zu Demenz führen

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Ehingen / SWP 07.04.2018

Sämtliche Plätze im Hopfenhaus-Restaurant waren besetzt, als Dr. Annett Schiefer vor knapp 200 Gästen im Gesundheitsforum über Ursachen, Diagnostik und Therapie des Schlaganfalls informiert hat. Wie die ADK GmbH für Gesundheit und Soziales als Veranstalter der Reihe berichtet, betonte die Chefärztin der Fachabteilung Innere Medizin des Alb-Donau Klinikums, Standort Ehingen, dass ein Schlaganfall immer ein Notfall sei. Und sie schilderte, was vermutlich  die Medizinerin, was für viele neu war: Ein Schlaganfall sei nicht nur die häufigste Ursache für bleibende Schäden, sondern auch die zweithäufigste Ursache für die Entwicklung einer Demenz.

Rasches Handeln lebenswichtig

Schiefer beschrieb, was beim Schlaganfall genau geschieht: Blutgerinnsel (Thromben) oder gelöste Plaques gelangen über den Blutstrom ins Gehirn. Sie bleiben dort hängen und be- oder verhindern die Durchblutung. Kurz: Sie verursachen eine Embolie. Ist das Blutgerinnsel eher klein und verschließt ein kleineres Gefäß, sind auch die Ausfälle schwächer. Doch je größer es ist, umso schwerwiegender seien meist die Folgen. Häufigster Ausgangspunkt der gefährlichen Blutgerinnsel sind das erkrankte Herz und die bereits durch Ablagerungen verengte Halsschlagader. Schiefer schilderte, woran man einen Schlaganfall möglichst früh erkennen kann (siehe Extratext unten). Rasches Handeln sei nun lebenswichtig, denn bei einem Schlaganfall müsse alles getan werden, um die Blutversorgung der Gefäße schnell wieder herzustellen und irreparable Schäden zu vermeiden.

Die sorgfältige Diagnose sei ein Muss, betonte die Expertin. Dazu gehören neben Blutuntersuchung, Ultraschall der Halsschlagader oder EEG vor allem das CT und MRT. Umgangssprachlich als „Röhre“ bezeichnet, liefern sie durch hochauflösende Schichtaufnahmen genaue Bilder der Hirnregion, um betroffene Areale mit hoher Zuverlässigkeit lokalisieren zu können. Den Prototyp der Risikogruppe beschrieb die Chefärztin so: Über 70 Jahre alt, neigt zu Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten und/oder hat Diabetes. Er raucht, trinkt zu viel Alkohol und bewegt sich zu wenig, hat Übergewicht und viel Stress.

Die beste Vorbeugung sei ein gesunder Lebenswandel mit Bewegung und salzarmer Kost. Kleine Sünden seien ab und zu erlaubt. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall können nach Schiefers Angaben einfache Tests Gewissheit bringen: Hängende Mundwinkel beim Versuch zu lächeln, Arme, die sich nicht heben lassen, Hände, die ohne Druck zugreifen, undeutliche Sprache. Wenn es akut ist, sollten Ersthelfer den Betroffenen nüchtern lassen, kein Aspirin geben, Blutdruck und Puls messen und per 112 sofort den Notarzt rufen.

Symptome für einen Schlaganfall

Merkmale Nicht immer kommt der Schlaganfall schlagartig; die meisten Verläufe sind schmerzlos, zum Beispiel im Schlaf, betont Dr. Annett Schiefer. Oft werden erst am Folgetag Defizite auffällig. Die Palette der Ausfälle reicht von motorischen oder sensorischen Sprachproblemen, Schluckstörungen, Beeinträchtigungen des Sehvermögens über Schwindel, Gangprobleme, Empfindlichkeitsstörungen, starken ungewohnten Kopfschmerzen bis hin zu Teil- oder Komplett-Lähmungen von Armen oder Beinen. Symptome dieser Art müssen nicht zwingend auf einen Schlaganfall hinweisen; umso wichtiger ist eine rasche medizinische Abklärung.