Berufe Satelliten sind besonders wichtig

Unterricht einmal praktisch: Ein Schüler schaut auf dem Ehinger Marktplatz in das Tachymeter, mit dessen Hilfe und mit Trigonometrie man die Höhe von Gebäuden ermitteln kann.
Unterricht einmal praktisch: Ein Schüler schaut auf dem Ehinger Marktplatz in das Tachymeter, mit dessen Hilfe und mit Trigonometrie man die Höhe von Gebäuden ermitteln kann. © Foto: Maurise Glienke
Ehingen / Maurice Glienke 17.07.2018

Zwischen dem theoretischen Unterricht in der Schule, besonders in Mathe, und der Berufspraxis werden oft wenige Gemeinsamkeiten vermutet. Doch gerade dies versuchen die Flurneuordner der Landkreise Biberach und Alb-Donau den Schülern bei der Aktionswoche „Geodäsie“ zu vermitteln.

„Der Beruf des Vermessungstechnikers ist ein Mangelberuf und wir versuchen mit solchen Aktionen wie in dieser Woche, ihn für die jungen Leute interessanter zu machen“, erklärte Organisator Sigurd Quast. Aus diesem Grund hatte der Deutsche Verein für Vermessungswesen vor zwei Jahren die Aktionswoche ins Leben gerufen.

Besonders wichtig für die Vermesser sind die Satelliten, über die GPS-Daten übertragen werden. Von mindestens vier Satelliten kommen die Daten, die Techniker können zentimetergenau  ihre Markierung setzen. Im Alltag sind diese Werte bei Navigationsgeräten und auf Google Maps zu finden – dort aber bei geringerer Genauigkeit.

Den Bezug zum Schulunterricht stellte Teamleiter Jonas Stadler den Schülern dar: über die Winkelberechnung der Höhenunterschiede mit einem Tachymeter auf dem Marktplatz. Denn über trigonometrische Funktionen kann die Differenz zwischen zwei Punkten dargestellt werden. Auch beim Geocaching zeigten die Mitarbeiter der Flurneuordnung den Neuntklässlern des Johann-Vanotti-Gymnasiums, was ihren Beruf so interessant macht. Über den altbekannten Kompass und, als Gegenentwurf, die neue GPS-Technologie, könnten die  Vermessungsingenieure die genauen Messpunkte finden. „Die Zukunftstechnolgie wie beim autonomen Fahren und auch die unterschiedlichen Aufgabenfelder machen diesen Beruf so interessant“, erläuterte Dienstellenleiter Christian Helfert.

Wird eine Flurneuordnung angesetzt, werden auf Feldern Bodenproben entnommen. Dies ist meist vor dem Bau von neuen Umgehungsstraßen der Fall. Über ein auf dem Rücken getragenes GPS-System wird geortet, wo genau die Probe entnommen wurde. Nach Schulnoten beziffert wird das Gebiet aufgeteilt und ein Tauschwert errechnet. Dies dient dazu, dem Landwirt eine neue passende Fläche zu vergeben. Fachdienst-Mitarbeiter Richard Frank erklärte dies am Groggensee. „Wer sich für einen abwechslungsreichen Beruf interessiert, der einen im Büro und draußen arbeiten lässt, ist bei uns genau richtig“, sagte Dienststellenleiter Helfert.

Info Am Mittwoch und Donnerstag sind die Vermesser erneut in Ehingen unterwegs.

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