Schicksal Sandra Kiem aus Hütten hat ein mutiges Buch geschrieben

Sandra Kiem aus Hütten hat ein mutiges Buch geschrieben.
Sandra Kiem aus Hütten hat ein mutiges Buch geschrieben. © Foto: Bernhard Raidt
Hütten / Bernhard Raidt 17.05.2018
Sandra Kiem aus Hütten hat ein Buch veröffentlicht. Darin schildert sie einen unerwarteten Schock, der ihr Leben veränderte.

Jeder Tag ist ein Geschenk. So heißt das Buch, das Sandra Kiem geschrieben hat. Der Titel kommt nicht von ungefähr. Denn die erfolgreiche Unternehmerin aus Hütten verarbeitet in ihrem Werk eine traumatische Erfahrung. Vor rund vier Jahren erhielt sie eine schockierende Diagnose – ein Muttermal, das sie entfernen ließ, wurde als bösartiger schwarzer Hautkrebs diagnostiziert. „Ich stand einfach nur da, den Telefonhörer in der Hand . . . der ganze Körper zitterte wie bei einem Erdbeben“, schildert sie den Moment, als sie die Diagnose erhielt. Denn die Krankheit war ihr vertraut. Ihr geliebter Vater war 13 Jahre zuvor an derselben Krebsart gestorben.

„Wie im Märchen“ empfand die aus Mehrstetten stammende Sandra Kiem (geborene de Maire) ihr Leben vor der Diagnose – eine liebevolle Ehe, zwei gesunde Kinder, ein schönes Haus mit Garten, ein erfolgreiches Schreinerei-Unternehmen. Das alles geriet nun ins Wanken. Kiem suchte nach Hilfe – und besann sich auf ihre innere Stärke: „Deine innere Einstellung verwandelt die Atmosphäre um dich herum. Gute Gedanken lösen positive Signale aus“ – das hatte sie sich einst aufgeschrieben.

Jeder reagiert anders

Kiem schildert im Buch, wie ihre Angehörigen auf die Diagnose reagierten. Ihre Mutter, indem sie an sie appellierte, den Blick auf positive Dinge zu richten; ihre Kinder, die Zeit brauchten, das alles zu verarbeiten, ihr Mann mit liebevoller Unterstützung. „Jeder Mensch reagiert anders auf so eine Nachricht“, schreibt Kiem. Oft auch nicht so, wie erwartet – auch das habe sie lernen müssen.

Für Sandra Kiem begannen nun unruhige Zeiten. Denn eine Nachoperation sollte endgültige Gewissheit bringen, wie sich der  gefürchtete Hautkrebs entwickelte. Ein „Gefühlsmix“ habe sie nach dieser Operation erfasst, schreibt Kiem. „Meine Augen und Ohren waren sehr weit offen, in alle Richtungen.“ Ein ganz besonderes Erlebnis war dabei für sie der Geburtstag eines guten Freundes, den sie gemeinsam mit ihrem Mann besuchte. Ausgerechnet an diesem Tag, an dem die Angst immer wieder in ihr hochstieg, sagten ihr bekannte und unbekannte Menschen, was für eine tolle Ausstrahlung sie doch hätte. Eine Musikerin sagte ihr sogar, dass eine unbegreiflich schöne Aura von ihr ausgehe. „Aus den negativen Gedanken und ängstlichen Gefühlen wurde ich von völlig fremden Menschen herausgeholt“, berichtet sie. Glücklich gestimmt habe sie getanzt und den Abend in vollen Zügen genossen. „Als wäre ich im siebten Himmel.“ Ein Geburtstagsgast sprach in einer Rede davon, dass die Gesundheit auch davon abhänge, positiv zu denken. „Dabei hat er mich direkt angeschaut. Ich fühlte mich im Innersten angesprochen“, berichtet Kiem. „Es war unglaublich, wie viele Hinweise ich erhielt, positiv zu denken.“ Es habe ihr viel Mut gegeben.

Zitternde Hände am Telefon

Sie berichtet auch von anderen solchen Mutmachern – etwa ihrer Freundin Petra, die mit ihrer offenen Art ihr geholfen habe, ihre Persönlichkeit ein Stück weit auszubilden. Oder von einer Dozentin, ebenfalls Petra mit Namen, die ihr Einblicke in eine Welt der Energiefelder gab, die nach Sandra Kiems Meinung nach alles mit allem verbinden.

Endlich war dann die Entscheidung da, das Ergebnis der Nachoperation lag vor. Mit zitternder Hand wählte sie die Nummer ihrer Hautärztin. „Ich kann Ihnen eine gute Nachricht übermitteln“, sagte ihr eine Arzthelferin mit fröhlicher Stimme. Das Gewebe war tumorfrei, die bösartigen Zellen waren komplett entfernt. „Tränen schossen geradezu aus meinen Augen . . .“, schildert Sandra Kiem ihre Erleichterung. „Da stand ich nun in meinem Büro, sah durch das Fenster in den Wald, faltete die Hände und sagte ganz laut ,Danke’.“ Sie beschreibt dann in ihrem Buch weitere besondere Erfahrungen in ihrem Leben – und welche Möglichkeiten sie fand, mit Ängsten fertig zu werden.

Jeder Tag ist ein Geschenk – der Titel gilt auch für das Werk  selbst. Denn mit ihrem Buch hat sich Sandra Kiem selbst ein Geschenk gemacht. „Ich wollte das immer schon schreiben.“ Bei einer Geburtstagsfeier Anfang des Jahres hat sie es ihren Freunden präsentiert. Ihre Familie hat ihr geholfen, dass alles entstehen konnte. Freunde, darunter auch ihre Hautärztin Elisabeth Rimmele-Schick, äußern sich noch am Ende des Buchs. „Ich habe viel gelernt, und im Nachhinein möchte ich nichts in meinem Leben missen“, schreibt Sandra Kiem zum Schluss. „Sonst wäre ich heute nicht da, wo ich bin.“ Es ist ein mutiges Buch, das Sandra Kiem da veröffentlicht hat – es hilft vielleicht anderen, Schicksalsschläge besser zu verarbeiten.

Info Das Buch von Sandra Kiem ist als Book on Demand (BoD) erschienen und kann in Buchhandlungen und im Internet bestellt oder in den Büchereien Ehingen und Schelklingen ausgeliehen werden. ISBN: 978-3-7460-2792-0.

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