Obermarchtal / Dietmar Burgmaier  Uhr
Die Obermarchtaler Räte vertagen die Entscheidung über Planungskosten.

Auf heftigen Widerstand eines Großteils der Obermarchtaler Gemeinderäte sind die in Rechnung gestellten Planungskosten für die Regio-S-Bahn Donau-Iller gestoßen. Obwohl die Zeit für eine Entscheidung über 35.000 Euro drängt, weil das Planverfahren anlaufen soll, wurde der Tagesordnungspunkt am Dienstagabend vertagt.

Seit mehreren Jahren befasst sich der Rat – meist nichtöffentlich – mit der Frage, ob im Donautal beim alten Sportplatz ein S-Bahn-Halt gebaut werden soll. Vorsorglich ist die Gemeinde dem Gremium zum Bau der S-Bahn für geringes Geld – die Rede ist von 100 Euro – beigetreten. Inzwischen sind aber mehrere Rechnungen bei der Gemeinde eingetroffen – über Kosten, die bei der beginnenden Planung auftreten.

Planungskosten: Hinausgeschmissenes Geld?

Wenn die Gemeinde das Geld jetzt nicht überweise, erläuterte Bürgermeister Martin Krämer, sei der Bau der S-Bahn-Haltestelle und die Anbindung an einen Stunden-Takt in Richtung Ulm gestorben. Flankiert wurde der Schultes von Markus Häußler, Fachdienstleiter für Verkehr und Mobilität im Landratsamt. Eigentlich, sagte er, sei die Zeit für die Obermarchtaler Entscheidung schon abgelaufen. Die Räte wollten sich aber nicht unter Druck setzen lassen und votierten dafür, die Entscheidung nochmals zu verschieben. Es wurden Zweifel an der Machbarkeit des Bahnhalts laut. Schließlich liege der Halt in einem Überschwemmungsgebiet der Donau. Häußler entgegnete, die Planung könnte solche Schwierigkeiten ausräumen.

Im Gemeinderat wurden Stimmen laut, die die Planungskosten für hinausgeschmissenes Geld halten, weil niemand garantieren könne, dass der Bau eines  Halts genehmigt wird. Häußler und Krämer räumten ein, dass es für den Bau keine Gewissheit gebe. Sie rieten jedoch dem Gemeinderat dazu, sozusagen auf den anfahrenden Zug noch aufzuspringen. Sie ernteten nur zögerliche Zustimmung bei einzelnen Räten. Ungeachtet des Drängens von Häußler wollten die Räte sich nicht zu einer endgültigen Entscheidung durchringen. Jetzt soll in der nächsten Gemeinderatssitzung weiter debattiert und ein Entschluss gefasst werden.

Einstimmig vergab der Gemeinderat die Erstellung einer langfristigen Friedhofskonzeption für 22.000 Euro. Der Auftrag war beschränkt ausgeschrieben worden. Die Erweiterung einer Biogasanlage in Gütelhofen fand die Zustimmung der Räte.

Die Gemeinderäte sollen künftig eine höhere Aufwandsentschädigung bekommen. Die entsprechende Satzung soll überarbeitet und dem Gemeinderat in der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt werden.

Neues Baugebiet in Aussicht

Krämer gab zudem bekannt,  dass eine neue Rathaus-Mitarbeiterin eingestellt wird. Außerdem soll ein weiteres Baugebiet erschlossen werden. Die Ausschreibung für den Internetausbau soll Ende März erfolgen, Submission ist Mitte April. Mit der Fertigstellung des Netzes ist Mitte des nächsten Jahres zu rechnen.

Der alte Hochbehälter bei Reutlingendorf soll abgerissen werden, ein Ingenieurbüro soll mit der Planung beauftragt werden. Rund 3000 Euro kostet die Gefährdungsbeurteilung für den Bauhof. Beurteilungen für den Kindergarten, die Feuerwehr und die Turnhalle sollen folgen.

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