Vor 25 Jahren

Das Polizeirevier Ehingen hatte sich eine etwas unübliche Überraschung ausgedacht: Am Fasnetsdienstag versprach die Polizei allen Besuchern Freibier. Die Ordnungshüter begründeten dies wie folgt: Die Narren hätten sich an den vergangenen tollen Tagen vernünftig verhalten und in alkoholisiertem Zustand ihr Auto stehen lassen. Für diese Umsicht sollten sie belohnt werden.

Freude in Allmendingen: Die evangelische Gemeinde feierte den Abschluss ihrer Kirchenrenovierung. Rund 1400 Arbeitsstunden hatten die Gemeindemitglieder geleistet. Den neuen Altar, den Taufstein und die Kanzel hatte der Ehinger Steinbildhauer Stefan Freudenreich gestaltet.

Beim Tief- und Straßenbau zeichneten sich deutliche Konjunktureinbrüche ab, doch der Wohnungsbau in Ehingen erlebe trotz allgemeiner flauer Wirtschaftslage geradezu einen Boom, berichtete die Zeitung. In den ersten sechs Wochen des Jahres 1994 seien dem Ehinger Bauamt 81 Bauanträge vorgelegt worden, im Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum 58 Anträge gewesen.

Seit geraumer Zeit klagten die Landwirte im Raum Ehingen über eine Schwanenplage, die bereits im Jahr zuvor eine Schwanenjagd zur Folge gehabt hatte, war zu lesen. Ein Landwirt aus Dintenhofen habe sich nun ans Landratsamt gewandt, nachdem sich auf seinem Acker 70 Schwäne über die Rapsaussaat hergemacht hatten. Das Landratsamt erteilte deshalb die Genehmigung, dass alle Schwäne, die den Jägern im Umfeld der Baggerssen bei Herbertshofen vor die Flinte laufen sollten, erlegt werden dürften.

Vor 50 Jahren

Unter der Überschrift „Tiefgefrieren will gelernt sein“ kündigte die Zeitung eine Veranstaltung im Ehinger Elektrohaus Manz an. Die neueste Art der Vorratshaltung, das Tiefgefrieren von frischen Lebensmitteln, habe sich in den vergangenen Jahren mehr verbreitet, als man dachte, hieß es. Vor allem die Ausdehnung vom ländlichen auf den Stadthaushalt habe sich sprunghaft erhöht. Das Tiefgefrieren sei, so könne man sagen, das natürlichste Verfahren auf dem Weg der Lebensmittelkonservierung. Allerdings könne dieses Verfahren nicht in allen Bereichen das seit langem bewährte Einkochen ersetzen, wurde weiter ausgeführt.

Die Ehinger tendierten, wenn es um Fahrzeuge ging, immer mehr zum Mittelklassewagen, berichtete die Zeitung und berief sich auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. Nachdem das Motorrad in den 1950er Jahren noch einen ganz bedeutenden Platz unter den Kraftfahrzeugen eingenommen habe, spiele es nun, 1969, nur noch eine bescheidene Rolle. Von den 7865 zugelassenen Personenwagen seien allein 4696 Mittelklassewagen, die Zahl der Kleinwagen belief sich auf 1371.

Was die Welt vor 50 Jahren bewegte


Medizin In Deutschland war Medizinern die erste Herzverpflanzung gelungen. Ein 36 Jahre alter Mann hatte das Herz einer 39-jährigen Frau erhalten, die Opfer eines Autounfalls geworden war und tödliche Kopfverletzungen erlitten hatte, berichtete die Zeitung. Die Operation, die neun Stunden dauerte, erfolgte in München. Der 36-Jährige hatte an einem fortschreitenden Herzversagen in Folge einer schweren Herzmuskelerkrankung gelitten. Der Patient starb jedoch 22 Stunden nach dem Eingriff an einer Schwäche der Herz-Kreislauf-Funktion, obwohl er noch an eine Herz-Lungen-Maschine und an eine künstliche Niere angeschlossen worden war, hieß es. Das Opfer der Spenderin sei aber nicht umsonst gewesen, betonten die Ärzte. jb