Untermarchtal Rückbau Donauviadukt: Der Abbruch beginnt

Untermarchtal / HERMANN ILLENBERGER 30.01.2014
Die günstige Witterung erlaubt es, dass der Rückbau des alten Donauviadukts bei Untermarchtal aus dem Jahr 1953 weiter zügig vonstatten geht. Wenn alles gut läuft, werden die Arbeiten im Mai oder Juni beendet sein.

Nach umfangreichen Sicherungsarbeiten und -vorrichtungen haben nun am Montag die eigentlichen Abbrucharbeiten des alten Donauviadukts bei Untermarchtal begonnen. Zuvor hatte die Firma Kutter aus Memmingen seit November die Fahrbahn abgefräst und abtransportiert, auch die Kantsteine an beiden Fahrbahnrändern sind ausgebaut worden. Die Abbruchfirma Max Wild aus Berkheim hat inzwischen die vier nicht mehr gebrauchten Hilfspfeiler abgebrochen und das Material abtransportiert. Die "Kragarme" und "Koppelplatten" am Brückenwiderlager werden von Baggern, die mit großen Meißeln ausgerüstet sind, bereits zerlegt und auf der alten Fahrbahn zum Abtransport in Containern gelagert.

Um die Abbruchmaterialien sorgfältig zu trennen, sind die Baggerzusätzlich mit einem "Pulverisierungsgerät" ausgestattet - eine Art Riesenzange von mehr als drei Metern Länge. Sie greift Bauteile aus Beton und Stahl, zerquetscht und schneidet das Material mit einem Betriebsdruck von rund 400 Bar. Die Firma Wild arbeitet das Material in eigenen Anlagen auf. Die am Bauabschnitt entstehende große, offene Stelle wird später wieder mit einer Decke verschlossen. Darunter wird in Verbindung mit dem Widerlagerblock eine "Fledermausunterkunft" und bleibt somit erhalten. Der Brückenkasten wird übrigens "rückwärts" in Richtung Ehingen abgebrochen und das Material auch in diese Richtung abgefahren.

Derweil ist die Baltringer Firma Schmid im Talgrund beschäftigt. Die restlichen vier Fundamente für die Stahlrüsttürme werden gerade errichtet. Eine Firma aus Österreich ist seit November mit der Erstellung der Rüsttürme beschäftigt, das darunter verlaufende Bahngleis ist mit einer Überdachung gesichert.

Im Mai oder Juni sollen alle Arbeiten beendet sein, sagt Bauaufsichtsleiter Wilhelm Striebel vom Regierungspräsidium Tübingen, Dienstsitz Straßenbau in Ehingen - sofern es keine größeren Unterbrechungen durch Witterungseinflüsse und Hochwasser gebe.

Einweihung damals, Abbruch heute