"Das ist natürlich eine tolle Sache", strahlt Steffen Braungardt aus Rottenacker. Und er ist stolz auf den baden-württembergischen Erfinderpreis, der ihm vorige Woche mit dem Zahnarzt Dr. Lothar Saiger aus Dürmentingen und Matthias Rehm aus Haslach bei Memmingen in der Liederhalle in Stuttgart verliehen worden ist. Unter 69 Bewerbungen wurde die Erfindung des Trios als Sieger des Artur-Fischer-Erfinderpreises 2013 ausgewählt. 69 Bewerbungen aus dem ganzen Land waren zu bewerten, zur Jury gehörte auch die Vorsitzende des Deutschen Patentamtes. Somit ist der Feinwerkmechanikermeister Steffen Braungardt entsprechend stolz auf den Preis. Der motiviere ungemein und so ist bereits eine neue Erfindung im Werden.

Begonnen hatte alles vor rund dreieinhalb Jahren, berichtet Steffen Braungardt. Über einen Bekannten lernte er den Zahnarzt Lothar Saiger kennen und der war zu der Zeit auf der Suche nach jemandem, der seine Ideen für ein modernes Gerät umsetzte, mit der sich dentale Instrumente reinigen, desinfizieren und pflegen lassen. Doch was nutzt die beste Erfindung, wenn man daraus kein Produkt macht. Dies war eine Aufgabe nach seinem Geschmack, denn Steffen Braungardt tüftelt für sein Leben gerne und so machte er sich mit Lothar Saiger ans Werk. Es wurde geplant, gezeichnet und konstruiert, immer wieder verbessert und verfeinert. Der Prototyp funktionierte zwar, doch es zeigte sich, dass es zu groß geraten ist, und dass sich eine herkömmliche Industriesteuerung für die gestellte Aufgabe nicht eignet. Außerdem war die Konstruktion zu teuer, um in Serie zu gehen. Zielsetzung war es, dass die Instrumente innen und außen gereinigt, desinfiziert und gleichzeitig geschmiert werden. Dies bedeutete: Es muss ein Multifunktionsgerät entstehen, das kompakt und preisgünstig ist.

Matthias Rehm aus Haslach kam als dritter Fachmann zum Team und er konstruierte den passenden Micro-Controler. Der neue Prototyp entsprach in jeder Hinsicht den Ansprüchen und Saiger meldete das Gerät für den Artur-Fischer-Wettbewerb an. Der Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, ist nach dem großen Erfinder Professor Artur Fischer benannt und gilt als der bedeutendste Erfinderpreis in Baden-Württemberg. Die Preisvergabe wird von der Baden-Württemberg-Stiftung organisiert. "Es war ein außergewöhnliches Erlebnis, zumal der 93-jährige Professor Artur Fischer bei der Preisverleihung selbst dabei war", betont Braungardt voller Respekt. Er findet es auch gut, dass solche innovative Wettbewerbe vom Wirtschaftsministerium gefördert werden.

Das Preisgeld von 10 000 Euro hat Saiger für die nächste Erfindung reserviert. Die nimmt bereits Konturen an und wird ebenfalls dem dentalen Spezialgebiet dienen. "Wir sind ein gutes und motiviertes Team und werden auch dieses Gerät nicht nur erfinden, sondern konstruieren und serienreif gestalten", ist der 26-Jährige überzeugt, der im Betrieb seines Vaters, der Firma Braungardt Metallbau, beschäftigt ist. Das Erfinden und Tüfteln muss deshalb in der Freizeit erfolgen.